Achtsamkeit

„Habt Respekt vor der eigenen Leistung“

Was ist das gute Leben und wie können wir es führen? Philosophin Katharina Ceming empfiehlt: sich vom Druck von außen zu befreien und auf sich selbst vertrauen.

Veröffentlicht am 19.09.2017

An sich selbst glauben - und an die Sache: Das ist Passion.


Frau Ceming, als Philosophin erforschen Sie das „gute Leben“. Was halten Sie von dem Anspruch vieler Menschen, immer perfekt sein zu wollen?
Man hetzt von Option zu Option, nimmt alles mit und ist am Ende nicht glücklicher, sondern gestresster als zuvor. Das ist frustrierend, weil man ja alles gemacht hat – und doch nicht zufriedener ist.

Warum tun wir uns das an?
Überall sehen wir Bilder von Frauen, die angeblich alles schaffen – vieles nebenbei. Der Verstand sagt uns, dass das fake sein muss, trotzdem erzeugt es einen wahnsinnigen Druck.

Wie macht man sich davon frei?
Mit Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Also zu erkennen, was wirklich meine innersten Bedürfnisse sind. Sagen zu können: Leute, auch wenn ihr das alle hip findet, für mich ist das nichts. Und Respekt vor der eigenen Leistung. Wenn ich es schon nicht als der Rede wert empfinde, wieso sollten es dann andere tun?

Lieber einen Kurs in Achtsamkeit?
Nichts gegen Gelassenheit und Achtsamkeit. Aber wenn ich dafür noch einen Termin in meinen übervollen Kalender eintrage und mich nachher als Versagerin fühle, weil ich gestresst bin – dann ist das nicht zielführend.

Sie wollen mehr Selbstvertrauen in Ihr Leben bringen? Hier ist Ihre Aufgabe:
Versetzen Sie sich gedanklich ans Ende Ihres Lebens, blicken Sie zurück – und notieren dann Ihre zehn wichtigsten Bedürfnisse!

Mehr Regeln für eine gute Zukunft: zum Beispiel Optimismus und Mut zur Leidenschaft!