Aleppo

Wie Bana gegen den Krieg twittert

Bana al Abed, 7, twittert aus Aleppo und wurde mit ihrem Account weltweit bekannt. Weil das Mädchen und seine Mutter auf ungewöhnliche Weise zeigen, was Krieg ist: grausam und ungerecht.

Veröffentlicht am 19.12.2016
Mädchen Bana al Abed.

Mädchen mit Mut: Bana al Abed


„Ich lese, um den Krieg zu vergessen.“ Oder: „ Mein Vater wurde verletzt, ich weine.“ Die 7-jährige Bana al-Abed bewegt die Welt. Weil das Mädchen mit ihren Tweets aus der syrischen Stadt Aleppo auf eine andere, persönliche Weise auf die Gräuel des Kriegs hinwies. Sie zeigte, worum es bei der Schlacht von Russen, Rebellen und Regierungstruppen wirklich geht: Um das Schicksal ganz normaler Menschen. Männer, Frauen, Kinder.

Seit September 2016 twitterte das Mädchen. Ihre Mutter Fatemah al-Abed, eine Englisch-Lehrerin, hatte den Account angelegt und im Namen ihrer Tochter Nachrichten abgesetzt. Auch ein Video an Michelle Obama veröffentlichten die beiden. Über 320 000 Follower hat der Account mittlerweile. Mit den Tweets zeigten Mutter und Tochter, was Krieg für den Alltag der Menschen bedeutet. Angst. Hunger. Trauer.

Jetzt ist Bana in Sicherheit, sie konnte wie einige andere tausend das umkämpfte Ost-Aleppo verlassen. Das Haus der Familie wurde bei einem Bombenangriff zerstört, sie konnten entkommen. Banas Twitter-Account wird bleiben – weil er zeigt, dass es möglich ist, die andere Seite des Kriegs zu zeigen.