Anti-Aging

Blondieren statt Botox

Unsere Autorin hat einen interessanten Trend bemerkt: Egal ob Kate Moss, Julia Roberts oder sie selbst – Frauen werden im Alter gerne blonder. Erhellende Gedanken einer Mittvierzigerin, die sich Dank ihrer Haarfarbe wieder wie 20 fühlt.

Veröffentlicht am 29.08.2017

Die Metamorphose von Kate the Great.


Gestern Abend war ich zu einem Society-Event eingeladen, bei dem ganz Hamburg anwesend zu sein schien. Zumindest die weibliche Hälfte der Hansestadt. Was auffallend viel getragen wurde, waren bestickte Hippiekleider. Und Blond. Es gab nicht nur Hellblond, sondern alle Nuancen, von Mais, über Weizen- bis hin zu Honigblond. Das war natürlich kein Zufall. Blond ist häufig eine brillante Idee, eine Eingebung, die anscheinend (fast) alle Frauen im Laufe ihres Lebens haben. Meist werden sie mit zunehmendem Alter immer heller. Was dahintersteckt? Keine andere Farbe auf dem Kopf wird so stark mit Jugendlichkeit assoziiert. Man braucht kein Evolutionsbiologe zu sein, um zu erklären, warum das so ist: Jugendlichkeit ist ein erotisches Attribut, und erotisch will man auch jenseits der 40 sein. Blond ist einfach unschlagbar, wenn es um eine mädchenhafte Aura geht.

Je älter, desto blonder

Was an dem Abend in Hamburg auffiel, ist übrigens genauso in Manhattan, München und Hollywood zu beobachten: Je älter, desto blonder. Julia Roberts, kürzlich erneut als „Schönste Frau der Welt“ gekürt, wurde im Laufe der Jahre immer heller. Auch die androgyne Type Tilda Swinton verwandelte sich von Film zu Film immer mehr in eine Eisprinzessin. Selbst ihre Brauen zogen beim Platin mit. Heike Makatsch, Cate Blanchett und, ups, ich selbst werden stetig blonder.

Vom Rotschopf zum platinblonden Undercut – Tilda Swinton hat den Dreh raus.


Blondieren statt Botox

Mein Friseur Ersan kennt mich seit Jahren, aber jedes Mal sind wir beide aufgeregt, wenn ich auf dem Stuhl sitze und verkünde: „Ich muss wieder blonder werden!“ Im Winter verschwindet das, was der Lauf der Dinge ist, monatelang unter einer Mütze, aber bei den ersten Sonnenstrahlen wird klar, es ist viel Zeit vergangen, und ich bin wider Erwarten ein Jahr älter geworden. Ein helles Köpfchen – das ist Anti-Aging-Mittel und Antidepressivum in einem.

Als ich auf die Welt kam, hatte ich pechschwarze Haare, als Kleinkind war ich aschblond, als Schulkind sah ich aus wie Michel aus Lönneberga, und dann ging es langsam wieder rückwärts Richtung Straßenköter. Ein undefinierbarer Mix aus Hellbraun, Dunkelblond und, sagen wir einfach, wie es ist: Grau. Für mein Alter bin ich noch ziemlich gut bedient, es sind nur ein paar silberne Highlights im Ansatz zu sehen, die die Natur so kunstvoll eingewebt hat wie ein Senior Stylist von Vidal Sassoon, wenn er vier Stunden Hand angelegt und man dafür eine Monatsmiete hingeblättert hat. Ich könnte natürlich alles so lassen, wie es ist, einfach hinnehmen, nicht mehr 20 zu sein. Warum ich das nicht mache? Weil ich in dem Moment, wenn ich mit babyblondem Haar beim Friseur aus der Tür komme, das Gefühl habe, die blutjüngste Mittvierzigerin der Welt zu sein! Und darum geht es doch, oder?

Blond ist das neue Grau

Gestern auf dem Event sprach ich mit der schönsten Blondine des Abends, sie sah aus wie ein schwedisches Top-Model aus den Siebzigern, das in New York lebt und im Studio 54 ein- und ausgeht. Sie war etwa in meinem Alter. Irgendwann kamen wir, wie es immer ist, wenn sich Frauen irgendwo versammeln, auf das Thema Haare, genauer gesagt das Thema Farbe, denn das ist manchmal noch eine Spur interessanter als der sonst übliche Gossip. Sie sagte, dass sie ihre Friseurin niemals verlassen würde, weil sie die einzige sei, die ihr graues Haar so perfekt blond hinbekäme. Ich sah sie überrascht an: „Wie, grau?“ Nicht ein einziger Silberfaden war auszumachen. Sie lächelte: „Doch, doch, ich habe viele graue Haare, nein, grau sagt man nicht! Es heißt weiße Haare!“ Eine Regel, die ich noch nicht kannte, die mir aber spontan sehr gefiel.

Wir werden nicht nur älter und blonder, wir werden vor allem weiser. Und dabei findet man eines Tages etwas heraus, das pures Gold wert ist: Man ist so alt, wie man sich färbt.

Die Top 5 für ein helles Köpfchen.


Blonder wird's nicht

Mit diesen Geheimwaffen gelingt das perfekte Blond:

  1. Hellt Highlights beim Waschen sanft mit Zitrusöl, Kokos- und Limettenextrakt auf: „Sunkissed Blonde, Lemon Highlights Shampoo“ von Ogx, 8 Euro.

  2. Neutralisiert Verfärbungen und lässt das Blond wieder strahlen: „Anti-Gelbstich Spezial-Shampoo“ von John Frieda, 11 Euro.

  3. Die violetten Pigmente des Leave-in-Sprays wirken gegen Rot- und Gelbstich: „Hair Couture, Ash Toner“ von Balmain, 22 Euro.

  4. Pflegt sonnenstrapaziertes, krisseliges Haar im Handumdrehen wieder seidig, spendet Feuchtigkeit und beseitigt Chlor- und Mineralienrückstände: „Blonde Life Brightening Masque“ von Joico, 28 Euro.

  5. Hellt das Haar um zwei Nuancen auf und pflegt mit einem Öl- und Seidenextrakt: „Diadem Seiden-Color-Creme“ von Schwarzkopf, 5 Euro.

  6. Salon-Highlight! Die neue Colorations-Technik „Foilyage“ verbindet jetzt die Natürlichkeit von Balayage mit der Aufhellungskraft klassischer Foliensträhnen. Der Profi trägt die Coloration „frei Hand“ auf und deckt die Partien, die heller werden sollen, mit Folie ab. Durch die Wärme wird die Farbe dort gezielt intensiviert. In L’Oréal Professionnel- Salons, Preis nach Haarlänge.