Aufmerksamkeit

Alle mal hersehen!

Ob im Job oder unter Freunden – manchmal wünscht man sich mehr Aufmerksamkeit. Wie das funktioniert? Sieben überraschende Tricks von Schweigen bis Provokation.

Veröffentlicht am 19.07.2017
Menge von Paparazzi.


1. Zuhören

Wir leben in der Ära des Konfettidenkens: Jeder erhält rund 14 000 (!) Werbebotschaften am Tag, alle sind permanent abgelenkt. Wer aber anderen richtig zuhört, bekommt garantiert Aufmerksamkeit zurück. Echtes Interesse ist in Zeiten der Informationsinflation die harte Währung.

2. Schweigen 

Eine Pause im Gespräch, Hilfe! Plötzliche Stille erzeugt Panik. Doch wer schweigen kann, begibt sich in eine Position der Stärke – und kann Gespräche damit auch lenken. Besonders wenn Argumente ausgereizt sind.

3. Tschüss, Follower!

Früher unhöflich, heute normal: während eines Gesprächs aufs Smartphone starren. Wirklich Stil besitzt, wer folgenden Trick beherrscht: das Handy abschalten und sich ganz dem Gegenüber widmen. Unmöglich? Bitte überlegen, wie wichtig einem Follower und Likes sind. Der Philosoph Georg Franck nennt Aufmerksam keit bereits die „unwiderstehlichste aller Drogen“ der Jetztzeit.

4. Weniger wirkt

Jeder Cappuccino ein Instagram-Foto und jede U-Bahn-Fahrt drei Facebook-Posts: Fertig ist der lauwarme Einheitsbrei. Lieber überlegt und wohldosiert kommunizieren. Wer hat nicht schon genervt den Entfolgen-Button gedrückt von Leuten, die im Fünf-Minuten-Takt ihr Leben hoch laden. Auch in der digitalen Welt gilt die uranaloge Weisheit: Willst du gelten, mach dich selten.

5. Haltung, Haltung, Haltung! 

Logisch, jeder will irgendwo dazugehören. Aber deshalb im Meinungsstrom mitschwimmen? Pfff. Eigene, durchdachte Positionen und eine klare Haltung schärfen das Image. Ein gut begründetes Nein und der Mut, Unbequemes auszusprechen, sind authentisch. Kommt nicht bei allen gut an, aber echte Fans hat nur, wer den Mut hat anzuecken. 

6. Schwächen nutzen

Je mehr Optimierung und Perfektion, desto besser für das Echte: Schwächen sind sympathisch, man kann sie sogar zum Markenzeichen machen. Klassisches Beispiel: Baden-Württemberg mit seinem Claim „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“. So viel Ironie hätte man den Schwaben gar nicht zugetraut.

7. Bewusst provozieren

Eine gekonnte Provokation ist klug, meinungsstark und trifft einen Nerv. Patagonia schaltete zum Black Friday eine ganzseitige Anzeige in der New York Times. Darauf zu sehen: eine Jacke. Der Claim: „Don’t buy this jacket.“ Weil unnötiger Konsum der Umwelt schade. Das Medienecho war riesig, und die Kunden kauften die Jacke, die sie gar nicht kaufen sollten. Ein genialer Grenzgang – der eines garantiert: Aufmerksamkeit.

Inspiriert vom Ratgeber „Aufmerksamkeit“ (Econ, 16,99 Euro) des Marketing-Profis Jon Christoph Berndt