Autorin Virginie Despentes

„Bei gebrochenen Herzen hilft Charles Bukowski“

Der französischen Autorin Virginie Despentes ist dieses Jahr mit ihrem Roman "Vernon Subutex" ein literarischer Paukenschlag gelungen. Im Interview erzählt sie, welche Bücher sie für sich entdeckt hat.

Veröffentlicht am 27.10.2017
Porträt von Autorin Virginie Despentes.

Autorin Virginie Despentes. 


Madame Despentes, welchen französischen Autoren haben Sie gerade für sich entdeckt?
Lola Lafon mit ihrem Roman „Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte“. Lafon ist in Rumänien aufgewachsen, war Tänzerin und hat einen feministischen und politischen Hintergrund, den sie in ihre Geschichten einarbeitet. Sehr lesenswert. 

Welchen französischen Klassiker sollte man Ihrer Meinung nach gelesen haben? 
Leider wurde dieses Buch noch nicht ins Deutsche übersetzt, aber Louis Calafertes „Septentrion“ ist großartig: grob, klug und sehr, sehr freizügig.    

Gibt es Bücher gegen gebrochene Herzen?
Jedes Buch von Charles Bukowski. Das ist vielleicht eine seltsame Empfehlung, weil er ein elender Frauenfeind und Homophober war, aber ich lese ihn seit meiner Jugend, und mit seiner fuck this bullshit-Attitüde ging es mir einfach immer irgendwie besser.

Mit welcher Romanfigur würden Sie sich gerne mal auf einen Drink treffen?
Mit Scarlett O’Hara oder Lisbeth Salander. Ich mag die zickige, kämpferische Heldin aus „Vom Winde verweht“ mit ihrem unbedingten Überlebenswillen. Und ich liebe den cleveren autistischen Nerd aus der „Millennium“-Trilogie. Mit Scarlett könnte man sich wohl besser unterhalten. In Lisbeth könnte man sich leichter verlieben …

*hr neuer Roman „Das Leben des Vernon Subutex“ ist gerade bei Kiwi erschienen.