Barbière Sarah Daniel-Hamizi

The Art of Bart

Sarah Daniel-Hamizi ist Frankreichs erste weibliche Barbier. Das Geschäft wächst – und zwar wortwörtlich. Ihre Erfolgsgeschichte und ein wahrlich überraschendes Berufsgeheimnis.

Veröffentlicht am 17.11.2017
Schild vor einem Barber-Shop.


Wie ungewöhnlich ihr Job ist, merkt man allein schon daran, dass es keine Bezeichnung dafür gibt. Sarah Daniel-Hamizi ist die erste weibliche Barbier Frankreichs. Sich in der von Männern dominierten Branche durchzusetzen brauchte viel Mut, darin auch noch so erfolgreich zu sein wie sie, jede Menge Talent. Das hat die gebürtige Algerierin. In Frankreich ist sie die Pat McGrath der Bart-Szene, sie setzt Trends und brachte jüngst eine eigene Pflegelinie auf den Markt. 

Bereits als Sechsjährige wollte sie Barbier werden, inspiriert von ihrem Großvater. „Er rasierte sich fast ausschließlich unter freiem Himmel“, erinnert sich die 46-Jährige. „Das Geräusch der Klinge auf seiner Haut faszinierte mich.“ Als junge Erwachsene machte sie eine Ausbildung als Damen- und Herrenfriseurin in Paris. Voraussetzung, um Barbier zu werden.

Ihr Ziel fest im Blick, stellte sie sich bei zwei Koryphäen des Fachs vor, Ozcan Turak und Jean-Louis Bourasseau. Von ihnen lernte sie, wie man Bärte richtig stutzt, struppiges Haar ohne Irritatio­nen entfernt und eine ruhige Hand behält, wenn man mit den ultrascharfen Klingen am Hals entlangfährt. „Die beiden haben mich nicht nur unterrichtet, bei ihnen konnte ich meine Technik perfektionieren“, schwärmt die Pariserin, die mit ihrem Ehemann und ihren fünf Kindern in Montmartre lebt.

Sarah Daniel-Hamizi bei der Arbeit.

Sarah Daniel-Hamizi bei der Arbeit. 


Im Jahr 2000 wagte sie sich in die Selbstständigkeit und eröffnete in der Rue Condorcet, im 9. Arrondissement, ihren ersten Salon „La Barbière de Paris“. Sie machte aus dem männlichen Barbier kurzerhand eine weibliche Barbière. Anfangs schnitt sie nur Haare, die Männer waren skeptisch – eine Frau, die ein Gefühl für Bärte haben soll? Erst nach und nach durfte sie auch im Gesicht Hand anlegen, ihr Talent sprach sich herum, sodass bald auch Politiker und Prominente wie der Modeschöpfer Jean Paul Gaultier zu ihren Kunden zählten.

Mit innovativen Ideen wie den Bart-Exten­sions machte sie sich dann auch über die Grenzen Frankreichs einen Namen. Es folgten Salon Nummer zwei, drei und vier, inzwischen besteht ihr Team aus 30 Mitarbeitern, die Läden sind auf  Wochen ausgebucht. Nur Saloninhaberin zu sein reichte der Frau mit den raspelkurzen Haaren nicht. Sie tüftelte eineinhalb Jahre an ihrer Pflegelinie, zusammen mit Experten. Das Ergebnis: vier Bart-, zwei Haarpflegeprodukte, weitere sollen folgen. Im nächsten Jahr will sie stores in den USA eröffnen, außerdem träumt sie von einer Ausbildungsschule für Frauen. 

Sarah Daniel-Hamizi ist eine energische, durchsetzungsstarke Frau. Ob sie uns noch ein Berufsgeheimnis verraten würde? Ja, sagt sie schmunzelnd. Alle, wirklich alle Männer in ihrem Salon würden beim Bart-Waxing weinen.

Barbier-Werkzeug.

Für jeden guten Barbier wichtig: Das richtige Werkzeug. 


Produktlinie „La Barbière de Paris": 

  1. Shampoo „Barbe Mousse“, 29 Euro.
  2. Pflege-Öl „Huile Première“, 45 Euro.
  3. Bartmaske „Masque Extrême“, 49 Euro.

Verschiedene Pflegeprodukte für den Bart.