Die besten Liebesromane

10 Bücher, die ans Herz gehen

Frühlingsgefühle? Die myself-Redaktion hat in den Bücherregalen gestöbert und ihre liebsten Liebesromane herausgesucht. 10 garantiert Kitsch-freie Buchempfehlungen.

Veröffentlicht am 01.03.2017
Zehn verschiedene Liebesromane.

Die schönsten Liebesromane für den Frühling – ganz ohne Kitsch.


1. Rafik Schami: Die dunkle Seite der Liebe

Liebe, Liebe, Liebe. Von der ersten bis zur letzten Zeile und dazwischen. Mit einem Höchstmaß an sprachlicher Ästhetik erzählt das Buch von 1001 Nacht, von Beziehungen, Generationen, Kulturen, Religionen, Politik, Krieg, Frieden, Freiheit, Toleranz, Hass und natürlich über die Liebe, der all diese Begriffe ganz egal sind. Ich habe mich selbst Hals über Kopf in dieses Buch verliebt. In die Geschichten, in Rafik Schami, sein Verständnis für die Menschen, seine Sprache und in sein Damaskus, von dem ich so sehr bedauere es nie kennengelernt zu haben.
dtv, 9,95 Euro

Pia Wermuth, Bildredaktion

2. Grégoire Delacourt: Die vier Jahreszeiten des Sommers

Franzosen können mit der Liebe irgendwie virtuoser umgehen als andere Nationen. Sieht man bei Staatsoberhäuptern (Mitterands Briefe an seine Geliebte), an Chansons (Bené, Biolay) und an Geschichten wie dieser über vier Paare, die zwar alle um den 14. Juli in Le Touquet an der Atlantikküste weilen, die Liebe aber ganz unterschiedlich verortet haben. Zwischen aufkeimender erster Liebe, der Lust auf einen Neuanfang, dem Rausch einer Affäre und dem weißen Nichts, das droht, wenn ein Partner nicht mehr da ist. Man möchte sofort nach Frankreich fahren für eine amour fou.
Atlantik, 18 Euro

Petra Harms, Editor-at-Large

3. David Nicholls: Drei auf Reisen

Keine dieser klassischen Liebesgeschichten mit Happy End, sondern ein extrem amüsanter, leichtfüßiger Eheroman. Connie und Douglas sind seit 20 Jahren verheiratet, der Sohn gerade dabei auszuziehen. Eine „empty-nest-Krise“, die die Beziehung gehörig durcheinanderschüttelt. Während Connie sich mit Trennungs-Gedanken trägt, setzt Douglas alles daran, die Ehe zu retten. Eine gemeinsame Reise soll die Dinge wieder ins Lot bringen. Natürlich geht alles schief, den Bach runter. Aber David Nicholls wäre nicht David Nicholls (und der Erfinder des großartigen Romans „Zwei an einem Tag“), wenn ihm kein wirklich guter Schluss gelänge. Groß!
(Kein & Aber, 14 Euro)

Caroline Caesar, Stv. Leitung Bildredaktion

4. Lori Nelson Spielmann: Morgen kommt ein neuer Himmel

Als die Mutter von der 34-jährigen Brett stirbt, hinterlässt sie dieser nichts als eine Wunschliste, die Brett vor 20 Jahren geschrieben hatte – eine Liste mit Lebenszielen, die sie damals erreichen wollte. Brett muss sich ihre damaligen Wünsche erfüllen und zwar innerhalb von 12 Monaten, damit sie ihr Erbe erhält. Natürlich geht es auch um die große Liebe. Klingt bekannt? Egal, was Brett innerhalb dieser 12 Monate erlebt, ist unterhaltsam geschrieben und hervorragend als Reiselektüre oder gemütliche Couch-Abende geeignet.
Krüger, 14,99 Euro

Sylvie Wallecan, Managing Editor

5. Arthur Golden: Die Geisha

Die Lebensgeschichte der Japanerin Chiyo, die vom verwaisten Mädchen zu einer der begehrtesten Geishas des Landes aufsteigt. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach jahrelangen Wirren und dem Untergang der alten Geisha-Kultur gegen Ende des verlorenen Zweiten Weltkrieges. Ein episches Werk, voller Gefühle, Atmosphäre und Spannung mit der für mich schönsten Liebesgeschichte der Welt. Erst das Buch lesen und dann den grandiosen Film sehen mit dem traumhaften Ken Watanabe. Hach!
btb, 10 Euro

Sylvie Wallecan, Managing Editor

6. Paul Bowles: Der Himmel über der Wüste

Um die Eintönigkeit ihres Daseins zu überwinden und ihre zum Scheitern verurteilte Liebe zu retten, macht sie das amerikanische Künstlerehepaar Kit und Port Moresby Ende der Vierzigerjahre auf nach Nordafrika. Je tiefer sie in die klaustrophobischen Altstadtgassen von Tanger und später in die Wüste vordringen, desto mehr kämpfen sie mit ihren eigenen Abgründen. Ein poetischer, wortgewaltiger Roman über Sehnsucht und Scheitern.
btb, leider nur noch antiquarisch

Cornelia Haff, Ressortleitung Living & Entdecken

7. Lily King: Euphoria

Neuguinea, Anfang der 1930er – drei junge Ethnologen stoßen nach Jahren einsamer Feldforschung im Dschungel am Sepik-Fluss aufeinander. Während sie gemeinsam das Stammesvolk der Tam erforschen, enwickelt sich eine Dreiecksbeziehung voll zerstörerischer Leidenschaft, die tragisch endet. Inspiriert von realen Ereignissen im Leben der Ethnologin Margaret Mead.
C.H. Beck, 19,95 Euro

Cornelia Haff, Ressortleitung Living & Entdecken

8. Lionel Shriver: Liebespaarungen

Gehen oder bleiben? Im echten Leben muss man sich entscheiden, Shriver spielt hier beide Möglichkeiten durch. In Version 1 verlässt Irina ihren netten, aber etwas langweiligen Ehemann Lawrence. In Version 2 stürzt sie sich in eine Affäre mit dem windigen Snooker-Spieler Ramsey. Und so beginnt die Autorin ein spannendes Pingpong mit dem Leser. Das Liebes-Paralleluniversum kommt ohne Pathos und Kitsch aus. Und am Ende steht die verblüffende Erkenntnis: Egal, wie man sich entscheidet, es war richtig.
Piper, 10,99 Euro

Natascha Zeljko, Stellv. Chefredakteurin

9. Doris Knecht: Gruber geht

Der Debutroman von Doris Knecht hat hier in der Redaktion inzwischen Kultstatus – es soll aber immer noch Leute geben, die noch nie was gehört haben von diesem sensationellen Buch. Worum geht’s? John Gruber ist ein Wiener Macho, ein Mover und Shaker, der mit Porsche, Hedi-Slimane-Anzügen und Luxusloft ein Jetset-Leben führt, um sich gleichzeitig vor dem echten Leben zu verschanzen. Ein Frauenheld, der die Frauen benutzt, seine Designerküche dagegen nie. Ein Familienphobiker, der seine Schwester mag und insgeheim auch ihre drei Kinder, von denen er sich aber nur zwei Namen merken kann. Dieser routinierte Zyniker findet ausgerechnet durch eine Krebsdiagnose zurück ins Leben und zu sich selbst und dabei – trotz aller innerer Widerstände – seine große Liebe. Leider nur 240 Seiten, also schön langsam lesen!
rororo, 8,99 Euro

Natascha Zeljko, Stellv. Chefredakteurin

10. Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind

Dieser moderne Briefroman hat mich so unerwartet ins Herz getroffen, dass ich das Buch nach der letzte Seite zuklappte und es vorne wieder aufschlug. Es geht um Emmi, die ihr Zeitschriften-Abo kündigen möchte, doch in die Mailadresse hat sich ein Tippfehler eingeschlichen und so bekommt Leo ihre Nachrichten. Er antwortet, aus Höflichkeit, vielleicht auch aus Neugier, bis sich aus wenigen Sätzen ein intimer Wortwechsel entspinnt. Plötzlich ist da eine fremde Person ganz nah und der Schutzwall der Netz-Anonymität verleitet beide dazu, sich schonungslos zu öffnen – und damit verletzlich zu werden. Die Frage, die sich stellt, ist schließlich: Wie echt ist so eine erschriebene Verliebtheit (zumal wenn man eigentlich glücklich verheiratet ist)? Und was passiert, wenn aus einer abstrakten IP-Adresse eine konkrete Begegnung werden soll „IRL“ – im realen Leben?
Goldmann, 9,99 Euro

Sarah-Maria Deckert, Ressortleitung Kultur und Gesellschaft