US-Grünen-Chefin Jill Stein

Die Frau, die Trump zum Toben bringt

Jill Stein ist die Grünen-Chefin in den USA und zeigt mit ihrer Kampagne zur Neuauszählung in drei Staaten, dass Demokratie auch bedeutet, vieles in Frage zu stellen.


Ach was, in den USA gibt’s eine grüne Partei? Aber ja doch, deren Vorsitzende heißt Jill Stein – und sie ist jetzt ein echtes Ärgernis für „President-elect“ Donald Trump. Die 66-Jährige wollte selbst Präsidentin werden und bekam rund ein Prozent der Stimmen – immerhin 1,4 Millionen. Jetzt hat sie geschafft, dass in Wisconsin die Stimmen neu ausgezählt werden. Nach Berichten über mögliche Hackerangriffe bei der Wahl am 9. November beantragte Jill Stein die Neuauszählung. Dafür braucht sie Geld, flugs sammelte sie fünf Millionen Dollar. Auch in Michigan und Pennsylvania will sie nachzählen lassen. In diesen drei Staaten unterlag Hillary Clinton relativ knapp, aber doch mit mindestens 10 000 Stimmen. Die Chancen, dass sich das Ergebnis noch dreht, sind gering. Jill Stein will in erster Linie auch zeigen, wie fragwürdig das amerikanische Wahlsystem ist – weil elektronische Wahlautomaten nur bedingt als sicher gelten.

Die Grünen-Politikern mischt die Etablierten auf, das Team Clinton hat sich schon an ihre Kampagne gehängt und Donald Trump poltert auf Twitter, Millionen hätten sowieso „illegal“ gewählt. In unseren postfaktischen Zeiten wirkt Jill Stein wie aus der Zeit gefallen: Sie kämpft gegen Fracking, für die Legalisierung von Marihuana und wenn es nach ihr ginge, würden sich die USA im Jahr 2030 komplett mit erneuerbaren Energien versorgen. Auch ein Mindestlohn von 15 Dollar schwebt ihr vor. Kürzlich wurde Haftbefehl gegen sie erlassen, weil sie bei einer Protestaktion einen Bulldozer besprüht hatte. Klingt fast, als ob sich Jill Stein noch etwas richtig Altmodisches leistet: Ideale.


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