Die Frauen der Star-Friseure

Liebe auf den ersten Schnitt

Shan Rahimkhan, Stefan Pauli, André Märtens und Thomas Kemper gehören zu den besten Friseuren Deutschlands. Ob sie aber auch bei ihren eigenen Frauen die Schere anlegen dürfen? Vier Salon-Besuche.

Veröffentlicht am 04.07.2017

Claudia Rahimkhan, 51

Ist seit 15 Jahren mit Star-Friseur Shan Rahimkhan zusammen. Er leitet zwei Salons, sie managt die Öffentlichkeitsarbeit.

Claudia Rahimkhan.

Claudia vertraut nur der Blond-Formel ihres Mannes.


Was war zuerst da, Frisur oder Liebe?
Beides ist sozusagen gleichzeitig entstanden. Shan ist mir in einem Berliner Restaurant als „bester Friseur der Welt“ vorgestellt worden, allerdings hat er mich erst mal nur als Typ fasziniert. Ein paar Monate später hat er mir das Blond meiner Träume verpasst. Seitdem sind wir ein Paar.

Und der Farbe sind Sie treu geblieben?
Ja, bis heute. Färben dürfen inzwischen auch unsere Mitarbeiter. Nur das Schneiden ist meinem Mann vorbehalten.

Das Wichtigste, das er Ihnen über Haare beigebracht hat?
Conditioner wirkt nur auf handtuchtrockenem Haar. Auf klatschnassen Strähnen können die Wirkstoffe nicht in die Struktur eindringen.

Hand aufs Herz – wie verscherzt man es sich als Kundin mit dem Friseur?
Ich kann nur für meinen Mann sprechen, und der ist als Perser fast unmöglich aus der Ruhe zu bringen. Unkompliziertheit schätzt er allerdings sehr – auch bei mir: Die schönsten Komplimente bekomme ich von ihm, wenn ich nicht gestylt bin.

Claudia Rahimkhan mit ihrem Mann.


Katja Günther, 39

Ist Fachanwältin für Strafrecht und Lebensgefährtin des renommierten Friseurs Stefan Pauli. Das Paar hat seit Kurzem eine Tochter und lebt in München.

Katja Günther und ihr Partner Stefan Pauli.

Spitzen-Paar: Katja Günther mit Partner Stefan Pauli.


In dieser Runde sind Sie die Einzige, die beruflich eigene Wege geht. Noch nie über einen Branchenwechsel nachgedacht?
Nein, eigentlich nicht, auch wenn die Vorstellung, sich tagtäglich mit einer so heiteren Materie wie Haar zu beschäftigen, verlockend ist. Außerdem ist juristischer Beistand im Salon zum Glück gar nicht gefragt.

Anwältinnen mit auffälligen Haarfarben sieht man selten – war die kupferrote Mähne seine Idee?
Als wir uns kennenlernten, war ich noch überzeugte Schwarzhaarige. Zu hart, fand Stefan. Er hätte mich natürlich auch ohne Kupfer genommen, aber ich bin froh, dass ich mich auf seine Empfehlung verlassen habe. Die Farbe schmeichelt und nimmt meinen Business-Outfits die Strenge. Da war eben ein Profi am Werk.

Gibt es in Ihrem Leben noch Bad Hair Days?
Klar, die bleiben zwischen Familien- und Berufsleben nicht aus. Aber ich nehme mir dreimal die Woche Zeit für einen kurzen Blow Dry im Salon. Ein Luxus, der mir viele Stunden im Bad erspart – und den ich sehr genieße!

Und wer von Ihnen besitzt mehr Haarprodukte?
Eindeutig ich! Allerdings rasiert er sich ja auch eine Glatze.

Susann Märtens, 43

Ist seit 17 Jahren mit André, dem „Head of Hair“ der Berliner Fashion Week und L’Oréal-Professionel-Experten, verheiratet. Sie leitet die Beautylounge in seinem Salon.

Susann Märtens.


Kaum ein deutscher Friseur darf so vielen Models in die Haare greifen wie Ihr Ehemann. Sind Sie manchmal eifersüchtig?
Nein, das finde ich höchstens lustig. Wenn er wegen anstrengender Fotoshootings stöhnt und ich später sehe, dass das Model nichts außer einer Frisur getragen hat, amüsiert mich das. Zu ernsthaften Eifersüchteleien besteht aber kein Grund.

Gibt es Themen, bei denen Sie sich in den Haaren liegen?
Ich liebe Produkte! Alles, was mein Haar griffiger macht, steht in unserem Badezimmer. Mein Mann findet diese Sammelwut schwierig, lässt sie mir zuliebe aber unkommentiert. Wie viel ich genau besitze, verrate ich lieber nicht, sonst riskiere ich einen ernsthaften Ehekrach.

Wie viel André Märtens steckt in Ihrer Frisur?
Ehrlich gesagt: null. In Sachen Haaren bin ich dermaßen eigen, dass mein Mann mich beratungsresistent nennt. Aber zu einer funktionierenden Partnerschaft gehört ja auch, solche Charakterzüge zu respektieren. Und selbst wenn ich wollte – für einen Märtens-Schnitt müsste ich mich schon auf die Warteliste setzen lassen. Spontan geht da nichts.

Heißt das, Sie stylen sich auch zu besonderen Anlässen selbst?
Nein, da darf mein Mann ran. Bei ihm kann ich mir sicher sein, nachher nicht wie eine Friseursgattin auszusehen.

André und Susann Märtens.

Stylen ja, schneiden nein – für André und Susann Märtens eine Art Ehevertrag.


Brita Kemper, 53

Leitet zusammen mit ihrem Mann Thomas den Salon im Münchner Graf Arco Palais, in dem Promis ein- und ausgehen.

Brita Kemper mit Hündin Ella.

Brita Kemper mit Magyar-Viszla-Hündin Ella.


Wo lernt man einen Mann kennen, der schon mit 23 Top-Coiffeur ist?
Im Friseursalon. Ich hatte damals akuten Liebeskummer und eine Mutter, die mir zum Trost einen teuren Haarschnitt spendieren wollte. Als ich Thomas zum ersten Mal sah, war klar: Der ist es! Liebe auf den ersten Blick. Obwohl ich ihn mit dem scherzhaft gemeinten Hinweis „Einmal wie Prinzessin Di, bitte“ fast vergrault hätte.

Die Frisur hat trotzdem gesessen?
Seit ich denken kann, habe ich gefühlte fünf Haare auf dem Kopf. Aus diesen feinen Flusen etwas zu zaubern, das den Namen Frisur verdient, ist aussichtslos. Thomas durfte mir damals die Spitzen schneiden – mehr hätte ich ihm ehrlich gestanden nicht zumuten wollen. Er war allerdings unterfordert.

Hat er Ihnen jemals zu Extensions geraten?
Zum Glück nicht. Wir beschäftigen seit Anfang des Jahres eine Haartechnikerin, die Echthaarteile, sogenannte Tressen, einwebt. Hält ein paar Wochen, der Effekt ist spektakulär. Da könnte ich tatsächlich in Versuchung geraten.

Von einem erstklassigen Friseur erwartet man auch erstklassigen Klatsch. Wird der nach Feierabend fortgeführt?
Abgesehen davon, dass mich Bösartigkeiten hysterisch machen, wäre mein Mann dafür zu vergesslich. In einem Salon mit 30 Mitarbeitern muss man so viel Gesprächsstoff verwerten, dass man abends froh ist, wenn Stille einkehrt. Nichts ist entspannender als Diskretion.     

Brita und Thomas Kemper.

Brita und Thomas Kemper.