„Sagen Sie mal…“

Die häufigsten Fragen an die Beauty-Redaktion

Die beste Foundation? Natur- oder Luxuskosmetik? Welche Fragen immer wieder im Schönheits-Ressort einlaufen – und was unsere Expertinnen antworten.

Veröffentlicht am 14.10.2016


Könnt ihr einen guten Friseur empfehlen?

Ja, klar. Frédéric Fekkai in New York ist ein wahrer Scheren-Gott, in Paris heißt der Mann fürs Superblond Christophe Robin. Leider kostet ein Schnitt beim Maestro 500 Euro und die französische Farbe bis zu 850 Euro – selbst ohne Flugkosten keine Option für die Style-Routine, oder? Zwei Tipps, die uns selbst weitergebracht haben: Fragen Sie Frauen, deren Schnitt Ihnen gefällt, nach ­ihrem Friseur. Und beim Färben einfach darauf achten, dass es im ­Salon einen Coloristen gibt. Farbe verlangt besonderes Know-how.

Wird jedes Produkt getestet?

Alles, was Sie im Heft sehen, hatten wir tatsächlich vorher in bzw. auf der Hand, nicht immer im Gesicht. Der Grund: periorale Dermatitis, merkwürdigerweise Stewardessen- und nicht Beauty-Redakteurinnen-Krankheit genannt. Gemeint ist ein Ausschlag, bedingt durch Überpflegung. Um den zu vermeiden, cremen wir nur die Handrücken ein und haben deshalb immer besonders zarte Hände.

Wieso verschickt Sephora nur Teile des Sortiments nach Deutschland?

Der französische Beauty-Gigant ist in 29 Ländern der Welt präsent – aber nicht in Deutschland. Wer sein Herz trotzdem an diesen Shop verloren hat, kann seit zwei Jahren in den USA und Frankreich bestellen. Allerdings weder Nagellacke, Sprays noch alkoholhaltige Produkte noch bestimmte Marken wie Nars und Urban Decay. Grund sind Einfuhrbestimmungen bzw. Verträge mit Lieferanten. Über den Umweg einer Postfach-Adresse in den USA (Infos unter shipto.com) lässt sich das allerdings relativ leicht umgehen.

Welche Foundation hält, ohne sich in den ­Falten abzusetzen?

Nicht nur das Produkt, ­sondern Geduld ist der Schlüssel zum perfekten Teint. Erst muss die Tagespflege komplett einziehen. Das dauert 20 Minuten, so lange wie ein Frühstück. ­Anschließend einen Primer auftragen. Der wirkt wie ein Make-up-Magnet – und polstert zusätzlich Fältchen auf, damit sich dort nichts absetzt. Das Wichtigste: Die Foundation muss auf den Hauttyp abgestimmt sein. Ein glänzender Teint etwa braucht eine ölfreie Basis, bei trockener Haut ist man mit einer cremigen Grundierung inklusive Pflege-komponente gut beraten. myself-Beautychefin Yvonne Beeg zählt zum letzteren Typ und schwört derzeit auf die „Maestro Glow Foundation“ von Giorgio ­Armani.

Bekommt ihr alles geschenkt?

Schön wär’s. Zwar trudeln täglich Make-up- und Pflege-Innovationen ein, aber darunter sind auch Dummies oder Luxusprodukte und Raritäten, die zurückgeschickt werden müssen und deshalb pfleglich behandelt werden müssen. Trifft man beim Testen auf eine große Liebe, bleibt man dabei – und kauft nach. Zugegeben: Wir sind eventuell etwas weniger treu als andere …

Zahlt man im Duty-free weniger?

Theoretisch ja. Grund für den manchmal wirklich günstigeren Einkauf ist die fehlende Umsatzsteuer von 19 Prozent, wenn das Reiseziel außerhalb der EU liegt. Damit wären die Sachen tatsächlich billiger. Doch nicht alle Händler geben diesen Preisvorteil eins zu eins an die Flugpassagiere weiter und begründen das mit explodierenden Mieten am Airport. Definitiver Vorteil von Duty-free: Hier kann man Sondereditionen (z. B. von Dior, Lancôme) finden, die woanders nicht zu kriegen sind. Unsere persönlichen Shopping-Favoriten sind übrigens die Flughäfen von Kopenhagen und Madrid.

Ist Naturkosmetik besser?

Kommt darauf an, welche Prioritäten man setzt. ­Naturkosmetik kann mittlerweile (fast) alles, was herkömmliche Pflege leistet. Anti-Aging-Wirkstoffe wie Hyaluron stammen aus Mikroorganismen, Peptide werden aus Weizen oder Erbsen gewonnen, der ­Radikalfänger Q10 aus ­Hefestämmen. Was Naturkosmetik (noch) nicht kann, sind Long-lasting-Lippenstifte oder -Wimperntuschen. Auch hochpigmentierte Lidschatten findet man nicht. Haarspray lässt sich wegen der fehlenden Treibgase weniger fein verteilen und das Spektrum der Colorationen ist längst nicht so umfangreich. Dafür verzichtet man auf Silikone, Parabene, ­Mineralöle, synthetische Duft- und Farbstoffe – und hat neben dem besseren Umweltgewissen oft ein gutes Hautgefühl.

Welcher Duft riecht toll?

Parfum-Empfehlungen sind wie Buchtipps, nämlich etwas sehr Persönliches. „Derzeit
stehen ­viele auf warme, dunkle Düfte auf der Basis von ­Gewürzen oder Hölzern“, sagt Corinna Mosler-Jakobsohn von Belle Rebelle in Berlin. Außerdem unterscheidet man immer weniger zwischen Männer- und Frauendüften. Beispiel: die drei fabelhaften Unisex-Parfums der Spanierin Teresa Helbig. Im Moment ­duftet die Redaktion übrigens nach dem rosig-­holzigen „Parco Palla­diano VI“ von ­Bottega Veneta.

Sind Shellac-Nagellacke wirklich so super?

Mit „Shellac“ entwickelte die Firma CND einen extrem lang haftenden Nagellack, der unter UV-Licht gehärtet wird (gibt’s inzwischen auch z. B. von Essie, Alessandro, Anny). Vorteil: 14 Tage muss nicht lackiert werden, im ­Urlaub können weder Mückenspray noch Sand noch Sonnenschutz die Oberfläche ruinieren. Nachteil: Ein Profi muss den Lack mit konzentriertem Aceton ablösen. Das entfettet extrem, die Nägel können porös und empfindlich werden.

Sind Luxuscremes ihr Geld wert?

Wir finden: Ja! In den teuren Tiegeln stecken neben kostbaren Wirkstoffen (Gold, Kaviar, Trüffeln) auch jede Menge Know-how und Innovation (Nanotechnologie, molekulare Mechanismen), die den Preis rechtfertigen. ­Dazu kommt: „Luxus ist auch Trost“, das sagte Wolfgang Joop mal. Will heißen, man kauft mit einer hochwertigen Creme oder einem teuren Serum nicht nur ein Mittel gegen Fältchen, sondern immer auch das Gefühl, sich selbst etwas Gutes zu tun.