Stilsicher Reisen

Die können einpacken

Jogginghosen sind auf Reisen zwar bequem, aber modisch nicht immer die erste Wahl. Wie es bequem und trotzdem stilsicher geht? Diese Modeprofis nehmen uns mit an Bord – und verraten, wie man Stilpannen gekonnt umfliegt.

Veröffentlicht am 04.09.2016

Garance Doré

Die französische Mode-Bloggerin mag Kapuzen und Hüte als „Rückzugsort“.


Garance Doré

Woher das Reisefieber kommt:

Ich bin auf Korsika ­aufgewachsen, auf einer Insel hat man immer das Gefühl festzusitzen. Deshalb nutze ich jede Gelegenheit, unterwegs zu sein.


Wichtigstes Accessoire

Da ich permanent ­Flugticket und
Ausweis verlege, habe ich mir diese kleine ­Umhängetasche von Gucci zugelegt. So habe ich die wichtigsten ­Dinge immer griffbereit.


Und sonst?

Magazine, Feuchtig-keitskonzentrat von ­Pomega 5, ein riesiger Cashmere-Schal. ­Notizhefte von ­Anthropologie oder Smythson. Und, zum ­Zurückziehen, ein ­Kapuzenpulli von Uniqlo oder ein Hut. Das ist, als würde ich die Tür hinter mir schließen.


Lieblings-Outfit

In Skinny Pants fühle ich mich auf Reisen ­eingeengt. Diese Hose ist von Citizens of Huma­nity – total bequem, trotzdem ist man damit „angezogen“.
Weiß funktioniert für mich immer. Nur auf Rotwein verzichte ich dann im Flieger.     

Annette Weber

Die Fashion-Consultant reist nur noch in „flachen“ Schuhen.


Annette Weber


Schlüsselerlebnis

Während der Anschläge von 9/11 saß ich im Flieger nach New York. Wir landeten im kanadischen Niemandsland – eine Woche in Seidenbluse und High Heels …Jetzt geh ich nur noch mit Pulli und bequemen Schuhen an Bord. Mein ­Hand­gepäck: eine Statement-Tasche.


Bester Anti-Knitter-Tipp

Hört sich schrecklich an, aber ich trage bei Reisen immer Stretch­hosen. Am liebsten in Gelb von The Seafarer. Damit ich auch vor Ort nichts aufbügeln muss, schlage ich alles in Seidenpapier ein. ­Wäsche, T-Shirts etc. packe ich in Stoffbeutel.

Was ins Schmink­täschchen kommt

Make-up ist nicht mein Ding, schon gar nicht beim Fliegen. Ich habe empfindliche Haut und halte mich sklavisch an die Empfehlung ­meines Dermatologen: nur Pflege von La Roche-Posay!


Schon mal die Koffer ­vertauscht?

Mein Gepäck von Louis Vuitton mit Mongramm-Print habe ich zusätzlich mit Graffiti besprüht. Entdecke ich sofort auf jedem Gepäckband!     

Linda Rodin 

Das amerikanische Model schwört auf ­Sarouel-Hosen – und die eigene Kosmetiklinie.


Linda Rodin 

Reisegeheimnis

Ich reise eigentlich nie mit leichtem Gepäck. Selbst wenn ich zehn ­Tage unterwegs bin, ­packe ich den kompletten Schrank ein. Völlig übertrieben, weil ich immer das Gleiche anziehe: das, was ganz oben im Koffer liegt.

Das kommt mit an Bord

Diese federleichten Ledertaschen aus Japan und der Beutel von Miu Miu. Die Hälfte des Tascheninhalts besteht aus Lesebrille, Fern­sehbrille, Sonnenbrille, ich bin ja halb blind! Hier trage ich Bifokalgläser von Morgenthal Frederics.

Das beste Reise-Outfit?

Ich schwöre auf Sarouel-Hosen zum Fliegen – nur ein Schlafanzug ist gemütlicher. Diese hier ist von Comme des Garçons. Dazu Schuhe, mit denen das Rein- und Rausschlüpfen leichtgeht. Die Goldkette mit Miniherz von Soraya Silchenstedt ­nehme ich nie ab, sie ­gehörte meiner verstor­benen Schwester.
Ich ­trage sie immer, als Glücksbringer.     

Leandra Medine

Die Mode-Bloggerin (Man Repeller) setzt ­unterwegs auf Farbe.


Leandra Medine

Der Handgepäck-Trick

Damit ich so wenig wie möglich einpacken muss, verlasse ich das Haus schon in meinem Lieblings-Outfit.

Ein Beispiel, bitte

Hier trage ich Jeans von AG, eine Strohtasche von Muzungu Sisters, ­einen Cashmere-Pulli von The Row, den ich als Schal umbinde; den Lammfellmantel
habe ich vor drei Jahren in ­Paris entdeckt. Und: Mit diesen unkomplizierten Gucci-Loafern bin ich immer auf der ­sicheren Seite.

Die größte Herausforderung?

Modeschauen! Da wird es tatsächlich interessant. Während der Fashion Weeks kann ich nicht einfach rumlaufen, wie ich will, und spüre ­einen gewissen Druck, mich von der besten Seite zu zeigen. 

Bevorzugter Übernachtungsort

Ich habe noch nie über Airbnb gebucht, ich liebe Hotels! Ein üppiges ­Frühstücksbuffet, und ich bin der glücklichste Mensch auf Erden.