Beauty-DIY

Naturkosmetik zum Selbermachen

Wer bei Kosmetikprodukten auf künstliche Zusätze verzichten will, kann Cremes, Masken und Badezusätze jetzt ganz einfach selbst herstellen. Hier geht es zur DIY-Anleitung.

Veröffentlicht am 29.06.2017
Frau wäscht sich das Gesicht mit Wasser.


Man könnte sagen: Da haben sich zwei gefunden. Der Mega-Trend Do it yourself emulgiert mit dem Dauerbrenner Naturkosmetik. Sensibilisiert durch die Diskussionen um schädliche Parabene und Sulfate, suchen Frauen nach sicheren Alternativen. Welche Inhaltsstoffe ein Produkt enthält, wird erst nach der Lektüre des Kleingedruckten und mühsamer Recherche klar. Was (außer einem Master in Chemie) beim Navigieren durch den Abkürzungsdschungel hilft, sind zertifizierte Gütesiegel, etwa BDIH, das in Deutschland bekannteste und am weitesten verbreitete Öko-Siegel für echte Naturkosmetik.

Warum DIY-Beauty so boomt, hat noch einen anderen Grund: der Wunsch nach Individualität. Denn noch zeitgeistiger als die supercoole Zahncreme aus der winzigen Manufaktur – wie es in dem lesenswerten Zeit-Essay „Die Besserbürger“ so treffend beschrieben wurde – ist nur eins: das Produkt selbst herzustellen. Das ist Manufaktur next level. Wie jeder Trend wird auch dieser entsprechend gepusht durch die sozialen Netzwerke, die einem erstaunlich exklusive Rezepte an die Hand liefern. Man muss nämlich wissen: Mit Quarkmasken und der Wollsockigkeit einer Hobbythek hat das neue Selfmade so viel gemeinsam wie Spaßbäder mit einem Fünf-Sterne-Wellness-Resort.

Als Basis kommen qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe wie kalt gepresste Bio-Öle, Hydrolate (reine Blütenwasser) oder Pflanzenbutter zum Einsatz, die je nach gewünschtem Effekt mit frischen Zutaten wie Joghurt, Honig oder Vitaminen versetzt werden. Klingt komplizierter, als es ist. „Kosmetik selbst herzustellen ist ziemlich simpel. Man braucht kein Labor, kein Chemiestudium und keine Vorkenntnisse“, sagt Anita Bechloch, Autorin der Ratgeber „The Glow“ und „The Glow Code“ (Gräfe und Unzer). Zur Grundausstattung gehören Schüsseln, Messbecher und eine Digitalwaage, dazu Glasfläschchen oder Tiegel, die man in der Apotheke oder online kaufen kann.

Entscheidend bei der Herstellung ist natürlich die Hygiene. Das Equipment am besten mit kochendem Wasser sterilisieren und die fertige Kosmetik mit kleinen Spachteln oder Löffeln entnehmen – dann haben Keime keine Chance. Faustregel für das Verfallsdatum: An der Zutat orientieren, die am schnellsten verdirbt. Wer sich an diese Regeln hält, profitiert von frischer Kosmetik: „Ein leuchtender Teint, weiche Haut, sogar optisch verkleinerte Poren sind auch mit DIY-Naturkosmetik möglich“, behauptet die Dermatologin Karyn Grossman in der amerikanischen Beauty-Bibel Allure. Selbst gemachter Augenbalm oder ein Honig-Reinigungsschaum – diesen Luxus kann sich jeder leisten.

Kosmetik zum Selbermachen

Blütendampfbad

Bringt nicht nur gestresste Haut ins Gleichgewicht, sondern auch die Psyche. So geht’s: Je 15 g getrocknete Lavendelblüten und Ringelblüten mit heißem Wasser übergießen und ca. zehn Minuten ziehen lassen. Danach 5 Tropfen ätherisches Geranienöl dazugeben. Die gereinigte Haut fünf Minuten unter einem Tuch bedampfen lassen. Öffnet die Poren, beruhigt die Haut und lässt den Teint strahlen.

Schale mit Schüssel und Blüte.


Milchbad

Macht raue und trockene Haut herrlich weich: 60 g Stutenmilchpulver, 15 g Kakaobutterpulver, 20 g Natron und 5 g Zitronensäure vermischen und zum Schluss je nach Vorliebe mit ätherischen Ölen (z. B. Orangenöl oder Bergamotte) anreichern. Wer es besonders reichhaltig mag, gibt noch etwas Milchbadepulver ins Badewasser. Luftdicht verpackt hält der Zusatz ca. 3 Monate.

Milchbad.


Honigmaske

In einem Schritt reinigen und pflegen? Gelingt ganz einfach mit dem Multitasking-Talent Honig: 25 g davon mit 80 ml flüssiger Olivenseife und 3 EL destilliertem Wasser so lange vermischen, bis sich der Honig komplett aufgelöst hat und eine glatte Emul-sion entstanden ist (es sollten sich keine Bläschen bilden). Für zusätzliche Feuchtigkeit noch 1 TL Avocado-Öl und 2 bis 3 Tropfen ätherisches Öl hinzufügen. In einem Pumpspender hält das Ganze etwa drei Monate. Einwirkzeit: zehn Minuten.

Frau mit Honig im Gesicht.


Gesichtswasser

Tonisiert und lässt die Haut strahlen. So geht’s: Eine Handvoll Rosenblätter ins Wasser geben und ca. 20 Minuten köcheln lassen (bis die Blätter ihre Farbe verändern). Abkühlen lassen und 90 ml mithilfe eines Trichters in eine Sprühflasche füllen. 60 ml Hamamelis-Extrakt (wirkt adstringierend) und 30 ml Apfelessig (reguliert den pH-Wert) hinzufügen. Zum Schluss noch 5 Tropfen Lavendelöl (reduziert Rötungen und bringt die Haut zum Strahlen) dazugeben.     

Frau mit Wassertropfen im Gesicht.


Augenbalm

Bienenwachs mit Kakaobutter im Wasserbad sanft erhitzen (nicht heißer als 45 Grad). Reines Kokosöl und Sheabutter (jeweils 3 g) hinzufügen. Sobald sich die Pflanzenfette aufgelöst haben, 14 ml Jojoba- und 3 g Wildrosenöl dazugeben. Unter ständigem Rühren auskühlen lassen – so bleibt alles cremig. 1 ml Vitamin E unter den abgekühlten Balm mischen. Glättet und pflegt die sensible Hautpartie und ist ca. ein halbes Jahr haltbar. Tipp für geschwollene Augen: Frische Rosenblüten mit heißem Wasser übergießen und die Blütenblätter in Teesäckchen füllen, zehn Minuten auf die Augen legen.