Einmischen, oder?

Eltern pflegen – eine Familienpflicht?

Die eigenen Eltern werden älter, sie brauchen immer öfter Hilfe. Natürlich möchte man sie unterstützen – doch wenn Geschwister nicht mitziehen, sorgt das für Misstöne. Wie man mit der Situation diplomatisch geschickt umgeht.

Veröffentlicht am 13.12.2016
Händehaltendes Paar.


Meine Eltern brauchen immer häufiger Hilfe. Mein Bruder ist – trotz mehrmaliger Aufforderung – keine Unterstützung, alles hängt an mir. Wie soll ich reagieren?

Wenn die Eltern fit genug sind, sollten die beiden ihren Sohn direkt um Hilfe bitten. Sie finden, das geht nicht? Weil Ihr Bruder kaum mehr Kontakt zu ihnen hat oder einfach nur stur ist? Falls Sie sich verantwortlich fühlen für das Eltern-Sohn-Verhältnis und da etwas kitten wollen, werden Sie nur enttäuscht. Tatsächlich ist Ihr Bruder sogar gesetzlich dazu verpflichtet, den Eltern zu helfen.

Schreiben Sie ihm am besten den Stand der Dinge. Zeigen Sie ihm mögliche Maßnahmen auf, etwa eine Haushaltshilfe oder einen Heimplatz. Schildern Sie, welchen Anteil er schultern müsste – organisatorisch oder finanziell. Bitten Sie ihn auch um eigene Vorschläge, aber bleiben Sie sachlich.

Über Ihre Gefühle sollten Sie besser mit Ihrem Mann oder einer Freundin sprechen – damit Sie sich nicht in Uralt-Familiengeschichten verstricken.