Einmischen, oder?

Freundschaft auf Distanz

Wenn eine Bekannte einen zu ihren guten Freunden zählt, man selbst aber nicht, kann es heikel werden. Wie verhält man sich am besten, wenn jemand per Handy dauernd private Fotos schickt? Unsere Expertin weiß Rat

Veröffentlicht am 24.08.2016
Frau mit Smartphone


Eine Bekannte schickt mir ständig private Fotos aufs Handy, kürzlich sagte sie, wir seien „gut befreundet“. Ich sehe viel mehr Distanz zwischen uns. Soll ich ihr das sagen?

Nein, Sie müssen zunächst nichts sagen – oft reicht es, sich entsprechend zu verhalten. Man nennt das in der Psychologie den „Handlungsdialog“. In Ihrem Fall sähe das so aus, dass Sie sich keine Fotos anschauen, gar nicht mehr darauf reagieren, ja sogar löschen. Erst wenn die Bekannte nachfragt, können Sie zugeben:
„Es hat mich nicht interessiert, ich habe alles gelöscht.“

Eine sensible Person wird es allerdings merken, wenn keine Rückmeldung zu den Bildern kommt. Falls sie anruft und sich mit Ihnen treffen will, lassen Sie sich eine Ausrede ein­fallen. Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, weil Sie anfangs vielleicht aufgeschlossener waren. Es ist völlig in Ordnung, sich auf jemanden einzulassen und das später zu korrigieren, wenn die Person nicht zu einem passt.