Einmischen, oder?

Schlechte Nachrichten überbringen

Wer sollte im Krankenhaus die schlechten Nachrichten überbringen? Der Arzt oder die eigene Familie? Unsere Expertin in Sachen „Einmischen, oder?“ weiß Rat.

Veröffentlicht am 26.01.2017
Arzt und Patient in einem Gespräch.

Ein Arztgespräch ist oft eine unangenehme Situation.


Mein Vater ist im Krankenhaus. Meine Schwester und ich haben von den Ärzten erfahren, dass er un­heilbar krank ist. Ich will ihm das sagen – meine Schwester nicht. 

Tatsächlich ein echtes Dilemma: Sie wollen sich beide richtig verhalten und sind verunsichert. Vermutlich spüren Sie die Angst des Vaters – und das macht hilflos. In solchen Situationen passiert es häu­fig, dass Kranke von Angehörigen bevormundet werden. Weil diese ja nur „das Beste“ wollen. Dabei wäre es sinnvoller, sich rauszuhalten. Der Mann ist erwachsen und ein Arzt muss ihm sagen, was los ist.

Offen­bar wurde versucht, dieses Gespräch an Sie zu delegieren. Bitten Sie also darum, dass Ihr Vater direkt in­formiert wird. Vielleicht möchte er ja, dass seine Töchter bei dem Ge­spräch mit dem Arzt dabei sind. Gut möglich, dass Ihr Vater dann eine Zweitmeinung einholen will – und in diesem Fall kann er Ihre Unter­stützung sicherlich gut brauchen.