Hubertus von Hohenlohe und Simona Gandolfi

Mehr Jetset geht nicht

Willkommen in Marbellas High Society! Eine der schillerndsten Figuren: Hubertus von Hohenlohe und seine italienische Partnerin. Eine etwas andere Beziehung mit außergewöhnlichem Geheimrezept.

Veröffentlicht am 23.11.2017
Das Ehepaar Simona Gandolfi und Hubertus von Hohenlohe.

Seit 17 Jahren ein Paar: Hubertus von Hohenlohe und Simona Gandolfi. Ihr Rezept? Sich nicht jeden Tag sehen.


Hubertus von Hohenlohe, 58

Wahrscheinlich war meine frühe Kindheit zu gut. Ich bin im „Marbella Beach Club“ meines Vaters Alfonso aufgewachsen, ein bisschen wie im Schlaraffenland. In den Bungalows nebenan wohnten Leute wie Audrey Hepburn und Mel Ferrer, ihr Sohn Sean ist bis heute ein Freund. Wir hatten viel Auslauf, aber vor allem auch geistige Freiheit. Die ganzen Hohenlohes sind ja die künstlerischsten, coolsten unter den Aristokraten, das hat mich geprägt. Ich wollte die Dinge immer anders, verrückter machen. Andere Frauen würden sicherlich versuchen, mich zu bremsen. Simona sagt eher: Gib noch mehr Gas, riskier noch mehr! Das ist für einen Künstler wie mich wahnsinnig toll. Meine Stiefmutter hat meinen Vater immer zurückgepfiffen, der war todunglücklich. 

Meine Mutter Ira von Fürstenberg war erst 15, als sie meinen Vater heiratete. Ein Skandal. Dann ließ sie ihn für einen Playboy sitzen, noch mehr Skandal. Später haben sie sich ewig um das Sorgerecht gestritten. Ich habe meine Eltern als Kind ständig unglücklich gesehen. Wahrscheinlich habe ich deshalb unbewusst versucht, es anders zu machen. Klar gehe ich nicht blind auf Partys, aber dafür alles hinschmeißen? In früheren Beziehungen ging es nur um mich, da war es mir komplett wurscht, wie sich die Frauen dabei fühlten. Bei Simona habe ich dann gemerkt: Hoppla, eigentlich will ich vor allem sie glücklich machen. 

Wir hatten unsere Aufs und Abs, aber mittlerweile sind wir seit 17 Jahren zusammen – auch weil wir nicht jeden Tag miteinander verbringen. Simona hat ihre Kinder aus einer früheren Beziehung in Bologna großgezogen. Wir haben uns im Winter in Cortina getroffen – sie fährt mordsmäßig Ski! –, im Sommer in Marbella, zwischendurch in Wien oder sonst wo, das hat uns vor Eintönigkeit gerettet. Wenn man so viel unterwegs ist, ist es toll, einen Menschen zu haben, bei dem man sich zu Hause fühlt. Ich bin geerdeter, als die meisten glauben, uns gefallen eher die einfacheren Dinge.

Einmal waren wir auf einem riesigen Fest bei einem Freund in Österreich. Da stand Simona im Morgengrauen in der Küche, hat sich das Valentino-Kleid ausgezogen und alles sauber gemacht, weil sie das Chaos nicht ertragen konnte. Das fand ich unglaublich. Sie hat diese zwei Seiten: Sie kann zurückgezogen leben und irre hart arbeiten. Trotzdem geht sie gern aus, ist eine super Gastgeberin und immer perfekt angezogen. Selbst wenn sie kocht, sieht sie cool aus. Auch beim Wohnen haben wir den gleichen Geschmack. Unsere Finca in Marbella haben wir gemeinsam eingerichtet. Ihr Haus in Bologna ist ein Traum, aber es steht zu viel rum. Frauen häufen einfach zu viele Sachen an. 

Hubertus von Hohenlohe mit seiner Fotokamera.

Party-Animal a. D.: Hubertus von Hohenlohe hier beim Shooting in seiner Finca in Marbella – vor einem seiner Bilder, klar!


Simona Gandolfi, 52, die Lebensgefährtin 

Mein Cousin, der Skirennläufer Alberto Tomba, redete immer von diesem príncipe, der für Mexiko Skirennen fuhr und den ich unbedingt kennenlernen müsste. Bald konnte ich den Namen Hubertus schon nicht mehr hören, ich wartete auch nie, bis er auf einem der hinteren Ränge ins Ziel einfuhr. Das hat ihn wahnsinnig geärgert. Aber bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lille­hammer haben wir uns auf einer Party im Olympischen Dorf doch noch kennengelernt.

Durch Alberto war ich glücklicherweise schon darauf vorbereitet, was es heißt, mit jemandem Zeit zu verbringen, der nicht ganz „normal“ ist. Geplant wird das eine, und am Ende macht man etwas ganz anderes, so war das bei Hubertus ständig. Und so ist es bis heute. Erst heißt es, zwei Leute kommen zum Essen, hinterher stehen 50 vor der Tür. Wir legen uns zur Siesta hin, und dann weckt er mich und sagt, in fünf Minuten gehen wir zu einem Galadinner. Ich kann zwar auch verrückt sein, aber daran musste ich mich erst gewöhnen. Damals haben wir uns nach ein paar Monaten getrennt, um fünf Jahre später wieder zusammenzukommen. Mittlerweile stresst mich nichts mehr. Ich bringe sein unordentliches Leben ein Stück weit in Ordnung, und Hubertus weiß, dass ich es liebe, das zu tun. 

Ich bin in Bologna aufgewachsen, meine Eltern hatten eine Immobilienfirma, normale Verhältnisse. Ich bin Skirennen gefahren, habe auch mit Alberto trainiert, stand aber nie im Rampenlicht. Das bin nicht ich. Eigentlich bin ich sogar eher schüchtern, aber mit Hubertus kann man Schüchternheit nicht gebrauchen. Er ließ mich in Österreich auf Partys manchmal einfach bei irgendwelchen Leuten stehen, dabei konnte ich ja nicht mal Deutsch. Jetzt lasse ich ihn gelegentlich auf Events sitzen und gehe nach Hause, dann fleht er mich an zurückzukommen. Das ist meine Art von Vendetta, schließlich bin ich Italienerin, ich kann mich wahnsinnig aufregen. Ich liebe es, mich aufzuregen! 

Rückblickend war ich wahrscheinlich manchmal mehr Mutter als Freundin und habe versucht, ihn wie mein drittes Kind zu erziehen. Auf gewisse Weise hatte er ja keine richtige Mutter, sie verließ die Familie, da war er erst acht Wochen alt. Sie war nicht präsent in seinem Leben – ich schon. Durch meine Beziehung zu meinen Kindern hat er gelernt, was es heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Früher hat er sich nur um sich selbst gekümmert, wollte immer im Mittelpunkt stehen, so wie ja auch in seinen Fotos, in denen er sich selbst spiegelt. Jetzt sind wir eine große Familie. 

Obwohl wir so lange zusammen sind, bin ich komplett unabhängig. Ich wollte nie nur die Frau an seiner Seite sein. Hubertus ist im Übrigen auch nicht der Typ, der will, dass du von ihm abhängig bist. Ich habe meine eigenen Jobs, früher hatte ich eine Eventagentur, heute mache ich die PR für ein Modelabel und führe das Unternehmen meiner Eltern weiter. Mittlerweile weiß ich: Mit einem normalen Mann wäre ich nicht glücklich geworden. Mit Hubertus weiß man zwar nie, was passiert, aber immerhin passiert immer etwas.

Simona Gandolfi und Hubertus von Hohenlohe.

Simona Gandolfis Prinzenrolle? „Ich bringe sein unordentliches Leben in Ordnung".


Biografien

Hubertus Prinz zu Hohenlohe, am 2. Februar 1959 in Mexiko-Stadt geboren, wuchs in Mar­bella, später im Vorarlberg auf. Als Skiprofi nahm er an sechs Olympischen Winterspielen teil. Seit 2002 fotografiert er, für die Schweizer Uhrenmanufaktur Jaeger-LeCoultre hat er bereits mehrere „Reverso“-Modelle künstlerisch gestaltet. Hobbys: Flohmärkte und Vintage-Design.

Simona Gandolfi, am 26. August 1965 in Bologna geboren, ist die Cousine von Alberto Tomba. Aktuell arbeitet sie unter anderem für die Modemarke Amen. Sie lebt in Bologna, Cortina und Marbella und hat einen Sohn und eine Tochter. Hobbys: Kochen und Malen.