Finanzfrage der Woche

Lohnt sich eine Lebensversicherung?

Warum es längst nicht mehr rentabel ist, eine Lebensversicherung abzuschließen – und welche cleveren Alternativen es gibt.

Veröffentlicht am 13.09.2017
Frau mit Geldmünzen.

Besser man hat sein Geld im Auge. Wir helfen Ihnen ab sofort dabei.


Die Lebensversicherung war lange Jahre so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau: Einfacher Abschluss, Risikoschutz, hohe Sicherheit, attraktive Renditen und bei der Auszahlung dann auch noch steuerfrei. Zusammen mit der gesetzlichen Rente waren die Deutschen damit bestens für das Alter gerüstet. Doch diese Zeiten sind vorbei! Zwar gibt es noch immer mehr Policen als Bundesbürger, aber heute lohnt sich ein Abschluss allenfalls für Sie, wenn Sie gar keine Lust haben, sich mit dem Thema Vorsorge zu beschäftigen und alles mit einer Unterschrift erledigt haben möchten. Motto: Besser regelmäßig in eine Lebensversicherung eingezahlt, als nichts!

Hohe Renditen können Sie auf diese Weise allerdings nicht erwarten. Der Garantiezins bei klassischen Verträgen liegt bei 0,9 Prozent und damit unter der Preissteigerungsrate (Inflation). Auch die Überschussbeteiligungen fallen im Zinstief mehr als dürftig aus. Selbst fondsgebundene Lebensversicherungen, mit denen Sie an der Wertentwicklung des Aktienmarktes profitieren, bringen aufgrund hoher Kosten keine wirklich attraktive Rendite. Verbraucherschützer empfehlen seit langem, Risikoschutz und Vermögensaufbau voneinander zu trennen.

Eine Risikolebensversicherung mit der Sie kein Kapital aufbauen, aber Ihre Angehörigen im Todesfall finanziell absichern, ist bereits für kleines Geld zu haben. Für den langfristigen Vermögensaufbau dagegen, ist ein Sparplan zu empfehlen – in Fonds oder ETFs. Ein Beispiel: Wenn Sie 30 Jahre 100 Euro im Monat einbezahlen, summiert sich bei einer realistischen Wertsteigerung von sechs Prozent im Jahr auf knapp 100.000 Euro – fast das Dreifache dessen, was Sie eingezahlt hätten. Übrigens: Eine bestehende Lebensversicherung vor Ablauf zu kündigen, rechnet sich fast nie – Sie könnten bis zu der Hälfte Ihrer bereits eingezahlten Beiträge verlieren.

Mehr zu allen Themen rund um Ihr Geld, lesen Sie auf herMoney.de.