Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil

Gekommen, um zu bleiben

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel sie streichelte, machte Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil über Nacht berühmt. Knapp zwei Jahre später ist immer noch nicht klar, ob ihre Familie bleiben darf. Aber Reem hat große Pläne.

Reem Sahwil.

Reem Sahwil lebt seit 2011 in Deutschland.


#merkelstreichelt ist das Hashtag zu der berühmten Begegnung zwischen der Bundeskanzlerin und dem Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil im Juli 2015. Die damals 14-jährige Palästinenserin aus dem Libanon war bei einer öffentlichen Diskussion mit Angela Merkel in Tränen ausgebrochen, weil sie einen unsicheren Aufenthaltsstatus hatte und nicht wusste, ob sie und ihre Familie in Deutschland würde bleiben können. Daraufhin streichelte die Bundeskanzlerin das weinende Mädchen, tröstete es auf ihre etwas ungelenke Merkel-Art und wurde prompt für ihre „Gefühlskälte“ kritisiert, weil sie beherrscht und sachlich auf die grundsätzliche Asylproblematik einging – deshalb aber nicht weniger beherzt.

Im April vergangenen Jahres wurde Reem ins Kanzleramt eingeladen. Auch so eine Merkel-Geste. Die heute 16-Jährige lebt noch immer mit ihren Eltern und zwei Geschwistern in der Plattenbausiedlung in Rostock-Evershagen, ihr „Aufenthaltstitel“ ist bis Oktober 2017 gültig. Vater Atef Sahwil, der beim Roten Kreuz arbeitet, hat bereits einen neuen Antrag eingereicht. Die Chancen der Familie, in Deutschland zu bleiben, stehen nicht schlecht. Derzeit sitzt die junge Frau tatsächlich an ihrer Autobiografie, die noch diesen Sommer beim Heyne Verlag erscheinen soll. Titel: „Ich habe einen Traum“. Bleibt zu hoffen, dass er sich erfüllt.


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