Frag Frieda: Wenn Partner zusammenziehen

Miete teilen, aber wie?

Spätestens wenn man als Paar in die erste gemeinsame Wohnung zieht, muss man zusammen Entscheidungen treffen. Welche Möbel? Welche Wandfarbe? Aber auch, wie man die Miete aufteilt: Ist „Jeder zahlt die Hälfte“ immer gerecht?

Veröffentlicht am 07.12.2017
Frag Frieda.


Mein Lebensgefährte und ich ziehen zusammen. Er verdient deutlich mehr, will aber, dass ich die Hälfte der Miete zahle. Ungerecht, oder?

Es klingt ja auch logisch: Sie haben sich gemeinsam für eine Wohnung entschieden, also zahlen Sie auch beide gleich viel. Und wenn das nicht geht, müssen Sie sich eben nach einer günstigeren Bleibe umsehen. Denn funktioniert unsere Welt nicht so? Arme Menschen zahlen denselben Preis für Äpfel auf dem Markt wie reiche. Ist so, und trotzdem gehöre ich zu den Leuten, die sich fragen, was Ihr Lebensgefährte mit seiner Forderung bezweckt.

Sie wohnen nicht in einer Studenten-WG, sondern sind eine Lebensgemeinschaft – und hier gilt das Solidarprinzip, auf dem unsere Gesellschaft basiert. Wer mehr Geld hat, unterstützt jene, die weniger haben. Und ausgerechnet für Liebende sollte das nicht gelten? Nein, gerecht wäre es, Sie würden Ihrem Gehalt entsprechend weniger Miete zahlen als Ihr Partner, und er macht freiwillig ein Zugeständnis. Er soll Sie ja nicht aushalten, sondern einen Ausgleich schaffen. Wenn er sich dagegen sperrt, wird es auch in anderen Bereichen schwierig werden, befürchte ich.

Fragen Sie ihn, warum ihm seine Forderung gerecht erscheint. Hat er das Gefühl, zu viel Verantwortung zu übernehmen, zu verbindlich zu werden? Grundsätzlich ist Zusammenziehen ein Test für jede Beziehung. Da muss jeder mal über seinen Schatten springen.

Wenn Sie ebenfalls ein Thema haben, das Sie umtreibt – mailen Sie an: fragfrieda@myself.de.