Studie: Mehr Frauen, mehr Erfolg

Frauen fördern den Unternehmensgewinn

Warum die Frauenquote alleine nicht reicht: Eine neue Studie zeigt, warum wir Frauen unbedingt in die Führungsebene gehören

Veröffentlicht am 09.08.2016

Warum sind Frauen nach wie vor nicht in gleichem Maße an der Weltwirtschaft beteiligt wie Männer? Welche globalen Auswirkungen hätte es, wenn Frauen stärker in Spitzenpositionen der Wirtschaft vertreten wären? Diesen Fragen gingen US-amerikanische Forscher des "Peterson Institute of International Economics" in Washington nach und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen. 

Laut der Studie, die im Februar 2016 veröffentlicht wurde, haben Firmen mehr Erfolg, wenn Frauen die Führungspositionen besetzen. Die Umfrage, die in über 21.000 börsennotierten Unternehmen und in 91 Ländern durchgeführt wurde, besagt also im Umkehrschluss: Wer mehr Frauen in der Führungsebene einsetzt, profitiert. Nach Ansicht der Studienautoren Marcus Noland, Tyler Moran und Barbara Kotschwar lässt sich der Gewinn auch mittels einer einfachen Faustformel berechnen: Steigt der Frauenanteil auf 30 Prozent, steigt der Nettogewinn um 15 Prozent.

Auf den C-Rang kommt es an

Dies gilt vor allem für Führungskräfte der zweiten Ebene, also unterhalb des Vorstands. Demnach hatten Firmen mit Frauen in C-Positionen, wie etwa CEO, CFO und COO, am meisten Erfolg. Die Wissenschaftler fanden jedoch keinen Beweis dafür, dass sich lediglich das Einsetzten einer weiblichen Geschäftsführerin positiv auf den Unternehmensgewinn auswirken würde.

Frauenquote alleine reicht nicht

Für einen nachhaltigen Erfolg sei es hilfreich, Frauen langfristig im Beruf zu fördern: von der Ausbildung, über die Festanstellung bis hin zur Mutterschaft. Statt ein paar wenige Frauen auf Top-Positionen zu platzieren - weil man es jetzt ja muss -  sei es für Unternehmen sinnvoller, auf mehrere Frauen, die als Führungskraft geeignet sind, zu setzen. 

Führungsposition und Familie

Deutschland schnitt bei der Studie mit Platz sechs von 100 vergleichsweise schlecht ab. Positiv schnitten dagegen Länder ab, die staatliche Anreizen für Väter, wie z.B. Vaterschaftsurlaub, bieten. In diesen Ländern stiegen mehr Frauen in Führungspositionen auf und die Anzahl der weiblichen Verwaltungsposten läge deutlich höher.