Umzug bei Versetzung

Mitgegangen, mitgefangen

Wenn der Partner ins Ausland versetzt wird, liegt der Gedanke nahe, mitzuziehen - eigentlich vernünftig. Doch was tun, wenn man feststellt, dass man in der neuen Umgebung zunehmend unglücklich ist?

Veröffentlicht am 12.10.2016
Frau mit Koffer

Umgezogen – und unglücklich?


Mein Mann wurde für zwei Jahre in die USA versetzt, ich bin mitge­gangen – und inzwischen sehr unglücklich. Meine Rückkehr nach Deutschland würde die Ehe gefährden, sagt er. Soll ich das riskieren?

Offenbar sind Sie umgezogen, weil es für seine Karriere wichtig war. Vielleicht kriselt Ihre Beziehung schon damals. Die Tatsache, dass Sie nun wegwollen und er bleiben will, zeigt, dass Ihre Ehe ernsthaft gefährdet ist. Sie stecken als Paar in einem klassischen Dilemma. Keiner will von seinem Standpunkt abrücken, um sich später nicht anhören zu müssen: „Deinetwegen habe ich …“.

Spitzt sich der Konflikt weiter zu, kann es zu einem Machtkampf kommen – an dessen Ende die Trennung steht. Ziehen Sie die Reißleine und klären Sie die Kernfragen, ob und wie Sie die Beziehung weiterführen möchten. Vielleicht hilft etwas Abstand, ein längerer Urlaub in Deutschland für ein, zwei Monate. Das schafft Klarheit. Jeder spürt, wie es ohne den anderen wäre. Durchaus möglich, dass sich danach einer bewegt.