Gärtner Charlie McCormick

Charlies Garten

Das englische Littlebredy hat 85 Einwohner. Einer davon ist Charlie McCormick, der hippste Gärtner Großbritanniens, der rund um ein altes Pfarrhaus ein Paradies gepflanzt hat.

Veröffentlicht am 17.05.2017
Anwesen und Blumen.

Das alte Pfarrhaus ist von Beeten, Blumen und Bäumen umgeben.


Der Mörder ist immer der Gärtner. Diese Krimi-Weisheit hat Charlie McCormick ins Gegenteil verkehrt, denn er hat den Garten rund um ein 200 Jahre altes Pfarrhaus überhaupt erst wieder zum Leben erweckt. Der 27-Jährige mit dem gefragtesten grünen Daumen Großbritanniens lässt auch auf Instagram Follower sprießen: Über 37 000 Fans gucken über seinen virtuellen Gartenzaun und bestaunen das 4000 Quadratmeter große Idyll in Dorset. „Verrückt“, findet der gebürtige Neuseeländer, zumal er nie eine Ausbildung zum Landschaftsarchitekten oder Gartengestalter gemacht hat. „Ich habe das meiste von meinen Großeltern oder aus Büchern gelernt. Und dann einfach experimentiert.“ Mut sei neben guter Erde das Wichtigste, was man als Gärtner brauche.

Charlie McCormick und sein Mann Ben Pentreath.

Charlie McCormick mit seinem Mann Ben Pentreath und Labrador Mavis.


Als Charlie mit seinem Mann, einem renommierten Interior-Designer, Labrador Mavis und zwei Katzen aufs Land zog, gab es rund um das Anwesen von 1820 einen Gemüsegarten und jede Menge Rasenfläche. Heute dominieren üppige Beete voller Tulpen, Wildem Salbei und vor allem Dahlien. „Dahlien sind die faszinierendsten Blumen“, schwärmt Charlie. Bis zu sechs Monate würden die verschiedenen Sorten in allen erdenklichen Farben und Formen Freude bereiten. Auch Tulpen sind für die Langstrecke geeignet: „Je nach Art blühen sie von März bis Mai. Und die Zwiebeln sind günstig, sodass man jede Menge davon pflanzen kann.“ Überhaupt könne es nicht schaden, großzügig zu denken, findet der passionierte Gärtner, Florist und Hobbykoch. Statt Blumen in strengen Reihen zu pflanzen, rät er zu Gruppen, die sich mit den Jahren von selbst miteinander mischen und viel natürlicher wirken. Er selbst experimentiert gerade mit einem neuen Farbthema: Nude und Apricot, gepaart mit lila Blüten. „Da ich als Florist ständig Blumen abschneide, muss ich ohnehin oft neu pflanzen. Deshalb wechseln meine Beete auch immer wieder den Look.“

Garten.

In Charlies Garten findet man zahlreiche Tulpen.


Nicht jeder Gartenbesitzer muss so viel Aufwand betreiben. Eine Stunde pro Tag reiche vollkommen aus, findet Charlie McCormick. „Ein bisschen Chaos macht den Charme aus. Nur dem Unkraut darf man keinen Raum geben.“ Gärtnern geht natürlich auch ohne Garten. In London hat der Mann zumindest große Pflanzkübel aus Holz auf seiner Dachterrasse, um auch in der Stadt buddeln, pflanzen und ernten zu können. Sein Tipp für urbane Mini-Balkone: Für ein Maximum an Grün Wein pflanzen, der schnell rankt. Für einen Bauerngarten wie Charlies Dorset-Refugium allerdings braucht man mehr. Unverzichtbar: Fingerhut und Löwenmäulchen. „Die lockern immer das Gesamtbild auf“, erklärt er.

Inzwischen denkt er zumindest darüber nach, sein Refugium für Besucher zu öffnen. Menschen aus aller Welt wollen nämlich sehen, wie Englands hippster Gärtner in der Erde wühlt.