Haarpflege

Love is in the Hair

Föhn, Glätteisen und Lockenstab schädigen das Haar (wissen wir auch längst). Eine neue Pflegeserie verspricht jetzt aber, strapazierte Mähnen wieder gesund zu machen. Ein Selbsttest.

Veröffentlicht am 27.12.2016
Pflegeserie für die Haare von System Professional.

Gute Mischung: Die personalisierte Pflege von System Professional.


Ich mag mein Haar, zeige es ihm aber leider selten. Im Sommer schwimmt es in fiesem Freibadchlor und salzigem Meerwasser. Im Winter verknotet es unter dem Schal. Den Rest des Jahres drehe ich es zum Messy Bun. Wäre alles nicht weiter schlimm, wenn ich regelmäßig beim Friseur nachschneiden lassen würde, was ich, ähem, fast nie tue. Das Ergebnis: gereizte Kopfhaut, Spliss, alles dazwischen hängt oft schon eine Stunde nach dem Waschen müde herunter. Dabei hatte ich früher eine leichte Naturwelle. Um da wieder hinzukommen, habe ich einiges ausprobiert. Meine jüngste Hoffnung: die „Energy Code“-Pflegeserie von System Professional. Bei regelmäßiger Anwendung macht sie das Haar angeblich wieder so kräftig wie früher, als es glücklich ohne Chlor, Salzwasser und UV-Strahlung lebte. Dafür brauche ich nur meinen individuellen Code.

Was es damit auf sich hat, bekomme ich während des Termins in einem lizenzierten Friseursalon erklärt. Die Kurzfassung: Jedes Haar besitzt ein einzigartiges Energieprofil, das eine personalisierte Pflege braucht. Klingt vernünftig, aber nicht wirklich revolutionär. Mal sehen. Gemeinsam mit dem Profi im Salon wird analysiert: Gefärbt oder natur? Lang, kurz, fein, dick? Welche Pflege benutze ich bislang? Was wünsche ich mir – mehr Halt, Volumen, Feuchtigkeit? Die Antworten auf diese und weitere Fragen tippen wir in einen Tablet-Computer, was keine zehn Minuten dauert. Dann spuckt das Programm aus 174 Millionen möglichen Kombinationen meinen individuellen „Energy Code“ aus: H1 + P3 + L4 + L5 + R6.

Jedes dieser Kürzel steht für eines von 46 Produkten aus der „EnergyCode“-Serie, die für trockenes und gefärbtes Haar genauso Lösungen bereithält wie für störrische Locken oder Schuppen. Mein persönlicher Mix enthält neben Feuchtigkeitsshampoo und ausgleichender Maske drei Leave-in-Präparate: ein Elixier, um das Keratin im Haar zu schützen, ein Öl, das die Fasern glättet, sowie ein Spitzenfluid. Die erste Anwendung erfolgt im Salon. Waschen, Maske einwirken lassen, ausspülen, Elixier, Öl und Fluid rein. Erster Eindruck: Mein Haar fühlt sich griffiger an und es glänzt, so richtig. Außerdem fällt es schöner, was ich aber den Rundbürsten zuschreibe, die beim Föhnen zum Einsatz kamen. In fünf Wochen werde ich mehr wissen – dann soll der Produktmix seine volle Wirkung entfalten.

Am Ende hängen meine Haare leider immer noch schnurgerade herunter – es waren also doch die Rundbürsten. Dafür hat sich die Kopfhaut beruhigt. Das Haar wirkt kräftiger und glänzt bis in die Spitzen. „Wie Ponyfell“, sagt meine Tochter, was aus dem Mund einer vierjährigen Pferdenärrin als Kompliment durchgeht. Verantwortlich sind laut Hersteller die Lipide in den Produkten. Sie festigen das Haar und versetzen es nach und nach in seinen Naturzustand. Ist ein bisschen hoch gegriffen, aber die Richtung stimmt. Wenn ich mein Haar noch etwas netter behandle – wer weiß, was dann passiert.