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Tausche München gegen Paris

Almut Vogel und Bea Bühler kennen sich nicht persönlich. Dennoch haben sie für zwei Monate ihre Wohnungen in München und Paris getauscht – und festgestellt, was sie wirklich zum Leben brauchen.

Veröffentlicht am 10.05.2017
Portraits und Wohnungen.

Links: Almut Vogel, Stylistin, zog mit Freund von München nach Paris. Rechts: Bea Bühler, Taschendesignerin, ging für zwei Monate von Paris nach München.


Der Deal

Almut Vogel: Bea bot ihre 2-Zimmer-Wohnung auf Facebook an. Spontan habe ich für zwei Monate mit ihr getauscht. Toll: Es entstehen keine Zusatzkosten, man bekommt Tipps für die neue Umgebung aus erster Hand – und zieht nur mit einem Koffer um.  

Bea Bühler: Almut und ich kannten uns über Freunde – das hat geholfen. Wir haben beide Blumen und Wein zur Begrüßung hingestellt. Bei Bettwäsche bin ich heikel und habe zur Sicherheit mein mit Initialen besticktes Kissen mitgenommen.     

Das Wohngefühl

Almut Vogel: Dank Auslandssemester und Praktika habe ich gelernt, mich überall schnell zu Hause zu fühlen. Mitgebracht habe ich nur Bilder, die mein Freund gemalt hat. Wirklich gefehlt haben mir allein meine Bücher und Magazine zur Inspiration.     

Bea Bühler: Ich habe das Schlafzimmer umgestellt, um mich wohlzufühlen, und die weiche Matratze auf den Boden gelegt. Und scharfe Küchenmesser gekauft! Vermisst habe ich meinen Entsafter, aber da war der Viktualienmarkt ein guter Ersatz.     

Die Bilanz

Almut Vogel: Beas Pariser Wohnung ist kleiner als meine in München, wirkt aber größer. Da hat sie ein besseres Gespür. Deshalb habe ich mein umgeräumtes Schlafzimmer so gelassen. Meine scharfen Messer lagen übrigens in einer anderen Schublade …     

Bea Bühler: Seit dem Experiment mit Almut habe ich noch dreimal getauscht und festgestellt, dass man weniger zum Leben braucht, als man besitzt. Auch meine eigene Wohnung schätze ich wieder mehr, weil sie so zentral und trotzdem superruhig ist.