Interview mit Modeschöpfer Alber Elbaz

„Mode muss elegant, aber simpel sein“

Alber Elbaz liebt Frauen und Mode über alles. Myself-Modechefin Julia Zirpel hat den Designer in Paris getroffen. Was ihn antreibt und was er dem Designer-Nachwuchs rät – all das verrät er im Interview.

Veröffentlicht am 16.03.2017
Designer Alber Elbaz mit Edda Gimnes, Gewinnerin des „Designer for Tomorrow“-Awards.

Alber Elbaz mit Edda Gimnes, Gewinnerin des Nachwuchs-Awards im vergangenen Jahr.


Was raten Sie der nächsten Designergeneration?
Begehren zu wecken. Kleidung muss geliebt werden, die Frauen sollen sagen: Ich brauche dieses Kleid!

Was treibt Sie an?
Meine Liebe zu Frauen. Am Anfang meiner Karriere hatte ich immer Angst vor Kritik. Eines Tages realisierte ich: Diese Kritiker sind ja alle Frauen. Ich begann bei meinen Shows Essen und Getränke zu servieren – denn ich wusste, die Gäste hatten wahrscheinlich den ganzen Tag nichts gegessen und nur Mager-Models gesehen. Plötzlich waren alle relaxt und ich bekam nie wieder schlechte Presse.

Die Branche hat sich seitdem aber sehr verändert.
Mode von heute wird nicht mehr geliebt, sie wird konsumiert. Am Anfang meiner Karriere ging ich oft in Geschäfte, um Frauen beim Shoppen zu beobachten. Einmal habe ich einer Dame beim Styling geholfen, und als sie sich hinterher im Spiegel sah, hatte sie Tränen in den Augen. Das sind die Momente, warum ich Designer geworden bin. Ich möchte, dass sich Frauen wunderschön fühlen.

Was raten Sie Ihnen?
Sich nicht zu verkleiden. Mode muss elegant, aber simpel sein.

Alber Elbaz, 55, ist Schirmherr des Awards „Designer for Tomorrow“ von Peek & Cloppenburg.