Karriere-Tipps

7 Regeln für ein gutes Image

Wer im Job weiterkommen will, sollte sich nicht nur auf seine Fähigkeiten verlassen – auch das Image zählt. Wie man bei Kollegen und Vorgesetzten seinen guten Ruf in Szene setzt.

Eine Frau steht auf einer Leiter und erstellt eine Grafik.

Hoch hinaus mit unseren Karriere-Tipps.


1. Handeln Sie wie eine Unternehmerin

Projektarbeit und flache Hierarchien verändern nicht nur unsere Jobs, sondern auch wie wir auftreten müssen. Gefragt sei der Arbeitskraftunternehmer, erklärt Christiane Funken, Professorin an der TU Berlin, die die Zukunft der Arbeit erforscht. Um jetzt zu punkten, müsse man Eigenverantwortung zeigen – Aufgaben selbstständig planen, Abläufe im Auge behalten, kontinuierlich an Stärken und Schwächen arbeiten. Noch wichtiger: aktives Selbstmarketing. Was kann ich? Was will ich? Was habe ich zu bieten? Nur wer ein klares Profil hat und aktiv Imagepflege betreibt, wird ge- und befördert. Denn, so Funken, Führungskräfte können schon längst nicht mehr sämtliche Kompetenzen der Bewerber beurteilen. Sie müssen auf deren Leistungsdarstellung vertrauen.

2. Sprechen Sie gut über sich. Und über andere

Studien zeigen, dass Frauen am Tag 20-mal häufiger über ihre Schwächen und Niederlagen sprechen als über ihre Stärken und Fortschritte. „Geht es um Erfolge, verwenden sie oft die Wir-Form“, beobachtet Christiane Funken. Schön fürs Team, aber nur wer auch wohlwollend über die eigene Leistung spricht, fällt auf. Gilt übrigens auch, wenn man sich wertschätzend über Kollegen äußert. Das wirke selbstbewusst, souverän und loyal. Der Alltag sehe in den meisten Büros leider anders aus, sagt Gianna Possehl, Chefin der Agentur Basic Coaching & Consulting: „Die meisten regen sich lieber im kleinen Kreis über nervige Kollegen auf.“ Expertentipp: „Loben vor Publikum, sachliche Kritik nur unter vier Augen.“

3. Setzen Sie auf weibliche Stärken

Teamfähigkeit, Kommunikationstalent, psychologisches Gespür und Selbstorganisation sind future skills, schreibt Christiane Funken in „Sheconomy. Warum die Zukunft der Arbeitswelt weiblich ist“ (C. Bertelsmann). „Frauen bringen sie dank ihrer Sozialisation mit, tun sie aber oft als selbstverständlich ab.“ Sie haben einen Experten ins Boot geholt, was sich als kluger Zug herausgestellt hat? Darf man bei passender Gelegenheit ruhig mal erwähnen! Sie werden nach Ihren speziellen Fähigkeiten gefragt? Bitte Floskeln wie „zuverlässig“ vermeiden. Gianna Possehl schlägt vor, eine Liste mit 100 persönlichen Stärken zu erstellen: „Man denkt automatisch granulaner. Wie genau äußert sich meine Zuverlässigkeit? Was haben andere von meinem Einsatz?“ Wer keine Liste schreiben will, macht den „Strengthsfinder-Test“ (gallupstrengthscenter.com, 14 Euro).

4. Bestehen Sie auf Feedback

„Gerade Frauen wollen wissen, wie sie auf andere wirken. Wenn es aber um eine ehrliche Einschätzung geht, sind viele zu harmoniesüchtig“, so erlebt es Gianna Possehl, die Führungskräfte und Unternehmen beim Thema überzeugendes Auftreten berät. Sie rät: Statt sich mit netten Allgemeinplätzen zufriedenzugeben, hartnäckig nachfragen, was man noch verbessern könnte. Bedeutet allerdings nicht, dass man sich verstellen soll. Authentizität zahlt auf den guten Ruf mehr ein als ein makelloses Image.

5. Ja sagen – im richtigen Moment

Wer öfter Kollegen aushilft, weiß, dass weder das Hochgefühl noch der Respekt im Anschluss von Dauer sind. „Irgendwann ist man die, die immer in letzter Sekunde ranmuss“, warnt Gianna Possehl und empfiehlt, das Wort „Ja“ sparsam zu dosieren. Ganz im Gegensatz zu Situationen, in denen es um eine mögliche Beförderung geht. Frauen wiegeln oft ab, weil sie glauben, alles können zu müssen, bevor sie antreten. Bedenken zu haben ist okay, sie anzusprechen nicht, sagt Christiane Funken und rät zu folgender Formulierung: „Ich traue mir zu, mich einzuarbeiten und flexibel mit neuen Situationen umzugehen. Das krieg ich hin.“

6. Netzwerken, aber richtig

„Männer schließen Allianzen nach oben, um weiterzukommen, Frauen suchen Verbündete auf Augenhöhe.“ Damit bestätigt Christiane Funken ein altes Klischee. Deshalb sollten auch Frauen Netzwerke bilden, die sie, Achtung, beruflich voranbringen. Statt immer mit denselben Kolleginnen zu essen, lieber die Abteilungsleiterin einladen, mit der man in Zukunft regelmäßig zu tun hat, empfiehlt Gianna Possehl: „Suchen Sie sich Multiplikatoren im Unternehmen, auf Messen, Kongressen. Karriere funktioniert über Empfehlungsmarketing.“ Und bloß kein schlechtes Gewissen: Kontakte nutzen und Menschen benutzen – das ist ein großer Unterschied.

7. Pflegen Sie Ihr Image, auch im Netz

Dass Personaler und Kunden gern bei Xing und LinkedIn suchen, muss man niemandem mehr sagen. Dass so ein Online-Profil regelmäßig gepflegt werden muss, leider schon. Experten schätzen, dass nur 30 Prozent der Accounts auf dem neuesten Stand sind. Auch Twitter, Instagram und Facebook lassen sich fürs Selbstmarketing nutzen. Funktioniert aber nur, wenn man nicht nur Urlaubsfotos postet, sondern gezielt auf Jobthemen setzt. Einmal angemeldet, sollte man das Profil zum Kontakten nutzen. Was man sich in den meisten Jobs nicht mehr leisten kann: online gar nicht stattfinden. „Oder würden Sie ein Hotel buchen, das keine Informationen auf seiner Seite bietet?“, fragt Gianna Possehl.


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