Kindererziehung

Wer das Sagen hat

Kinder zu erziehen, ist nicht leicht. Wenn dann aber noch die Schwiegermutter Kritik an den elterlichen Methoden äußert, kann es heikel werden. Wie man freundlich die Grenze zieht, erklärt eine Expertin.

Veröffentlicht am 23.10.2017


Meine Tochter ist vier und hat heftige Wutanfälle, laut einem Experten aber kein Grund zur Sorge. Bei einem Familienfest sagte meine Schwieger­mutter: „Das Kind ist gestört, es muss in Behandlung.“ Ich bin fassungslos.

Wut und Trotz gehören zur kindlichen Entwicklung dazu – und Sie wissen offenbar, dass ein gelassener Umgang damit die beste Strategie ist. Andere Eltern fühlen sich schlichtweg hilf­los, wenn sie ihr Kind so erleben. Umso ärgerlicher, dass Ihre Schwie­germutter Kritik äußert, anstatt Sie zu unterstützen.

Wenn Groß­eltern über den Erziehungsstil meckern, steckt oft die Angst vor Autoritätsverlust dahinter. Doch bei Ihrer Tochter haben natürlich Sie das Sagen. Deshalb ist es wichtig, freundlich und klar Grenzen zu ziehen. „Wir bleiben da entspannt und es wäre gut, wenn du das auch so sehen würdest.“ Entscheidend ist, dass Sie und Ihr Mann am selben Strang ziehen – am besten in einer ruhigen Minute mit ihm darüber sprechen.