Luxuriöse Heimtextilien

Bettwäsche für die Seele

Materialien für die Ewigkeit: Was Handtücher, Vorhänge und Bettwäsche mit Lebensqualität zu tun haben? Eine Menge, sagen diese vier Expertinnen.

Veröffentlicht am 26.01.2017
Marta Marin.

Marta Marin lässt ihre Bettwäsche in kleinen Manufakturen in ihrer Heimat Italien weben.


Bettwäsche für die Seele

Marta Marin, 43, produziert Bettwäsche und Homewear nach alten Techniken (erhältlich über shuj.it)

Vor sechs Jahren gründeten Sie Shuj – wie fing alles an?
Mit einer Bettdecke, die meine chinesische Freundin von ihrer Großmutter zur Hochzeit geschenkt bekom­men hat. Die war mit hunderten Schichten Seide gefüllt. So etwas hatten wir beide noch nie gesehen.

Was ist so besonders daran?
Sie wurde nach einer traditionellen Technik her­gestellt, die buddhistische Mönche erfunden haben – ohne Che­mikalien, ohne Maschinen. Ich beschloss, diese in jeder Hin­sicht exzellente Handwerkskunst wiederzubeleben.

Inzwischen sind Bettwäsche und eine Homewear-Kollektion dazugekommen – alles aus Seide?
Diese Dinge sollen einem das Gefühl von Ruhe und Geborgenheit ver­mitteln, Bettwäsche aus reiner Seide wäre dafür ungeeignet. Sie glänzt zu sehr, ist zu effekt­hascherisch.

Stattdessen?
Ein Mix mit Baum­wolle. Seide bekommt dadurch einen warmen, matten Schimmer, Bettwäsche aus Leinen wird eleganter, weniger rau und schwer, und Bambus wäre sonst zu widerspenstig und trocken. Natürlich kommt es auch auf die Verarbeitung und die richtige Färbung der Fasern an. Das machen wir in Italien, hier sit­zen die Profis.

Woran erkennt man gute Qualität?
Die steckt immer im Detail: Sind die Knöpfe aus Plastik oder Perl­mutt? Ist die Stickerei fein oder grob? Und: Wie fühlt sich der Stoff an? Vertrauen Sie Ihrem Gefühl!

Marta Marin im Mailänder Showroom.

Marta Marin im Mailänder Showboom (l.) und ihre Bettwäsche, die es in 27 Farben gibt (r.).


Schlafen wie im Fünf-Sterne Hotel

Ulrike Hefel, 48, liefert ihre Bettdecken in die ganze Welt (erhältlich über hefel.com)

Im „Burj Al Arab“ in Dubai schläft man unter Decken von Hefel, auch Karl Lagerfeld schwört darauf. Wie kommt’s?
Wir fertigen zu hundert Prozent in Oberösterreich und Vorarlberg. Uns war klar: Wenn wir an diesem Standort festhalten wollen, müssen wir auf Qualität und Innovationen setzen.

Eine Ihrer Innovationen?
Tencel, eine natürliche Faser aus Holz, die fünfzig Prozent mehr Feuch­tigkeit aufnehmen kann als Baumwolle. Ideal für Menschen, die stark schwitzen.

Was macht eine gute Bettdecke aus?
Sie muss Wärme speichern, ohne dass dabei ein Hitze­- und Feuchtigkeitsstau entsteht. Auch die Steppung und die Randwulst, Indizien für manuelle Fertigung, sind wichtig. Das Gleiche gilt für Unterbetten, ebenso entscheidend für erholsamen Schlaf.

Wie findet man die richtige Decke?

Das hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Wer es leicht und luxuriös mag, dem empfehle ich Cashmere. Für Gesundheitsbewusste eignet sich unsere Zirbenflocken­-Decke. Die ätherischen Öle der Zirbe können den Puls beruhigen – um bis zu 3500 Schläge pro Tag. Extreme Allergiker sind mit der Vitasan­-Hohlfaser gut beraten, die vor Hausstaubmilben schützt.

Und was ist mit Daune?
Die volu­minöse Bauschkraft ist einmalig, aber damit man nicht zu stark schwitzt, sollte sie gemischt werden, etwa mit Outlast, einer tempera­turregulierenden Faser, die für die Nasa entwickelt wurde. Achten Sie bei Daune auf das RDS­-Zerti­fikat. Das garantiert artgerechte Haltung der Tiere, ohne Zwangs­fütterung, ohne Lebendrupf.

Ulrike Hefel.

Gemeinsam mit ihrem Cousin führt Ulrike Hefel das Vorarlberger Familienunternehmen in der vierten Generation.


Handtücher für die Ewigkeit

Anna und Barbara Luiz, 34 und 42, bringen Luxus ins Bad (erhältlich über luiz.com)

Das Besondere an Ihren Produkten?
Unsere Kollektion umfasst über 800 Stoffe. Daraus fertigen wir in unserer Manufaktur in Hürth Bettwäsche, Vorhänge, Tischdecken, Handtücher. Begonnen hat alles mit Badtextilien.

Was macht ein gutes Handtuch aus?
Es muss saugfähig sein, die Farbintensität beibehalten und darf nicht fusseln. Die Qualität hängt überwiegend von der verwendeten Baumwolle ab: Wo wurde sie angebaut – am besten äquatornah –, wie geerntet, wie ist die Faserlänge?

Wie muss es sich anfühlen?
Das hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Mögen Sie es luxuriös und schwer oder leicht und griffig? Sehr lässig sind Leinenhandtücher. Die werden von vielen noch immer in der Küche verortet.

Ihre Kollektion ist ausgesprochen schlicht ...
Unsere Sachen sollen ja auch in zehn Jahren noch gefallen. Inspiriert hat uns übrigens die Aussteuer unserer Großmutter: tolles Leinen, bestens verarbeitet, zeitlos und problemlos kombinierbar.

Anna und Barbara Luiz.

Seit fünf Jahren leiten Anna (l.) und Barbara Luiz (r.) den Familienbetrieb.