Weiterbilden 2.0

Mit E-Learning zur Selbstständigkeit

Trotz voll gepacktem Terminkalender flexibel lernen? Geht, dank E-Learning. Webdesignerin Mona Marzouk-Scholz erzählt, wie sie sich damit eine neue Perspektive eröffnet hat, von zuhause aus.

Veröffentlicht am 06.12.2016
E-Learning als neuer Trend der Weiterbildung

E-Learning: Das Lernen der Zukunft


Ich habe zwölf Jahre lang als Grafikerin bei einem Zeitschriftenverlag gearbeitet. Ein toller Job. Trotzdem schwirrte mir damals schon die Idee durch den Kopf, mich selbstständig zu machen. Aber mir fehlte der Mut. Ich heiratete und bekam zwei Kinder. Nach der Elternzeit wollte ich Teilzeit arbeiten, doch das konnte mir mein Arbeitgeber nicht anbieten, und ich wusste, der Termindruck hätte sich nicht mit meiner Familie vereinbaren lassen. Also habe ich gekündigt. Anders als gedacht, bekam ich trotz meiner guten Ausbildung und jahrelangen Berufserfahrung zunächst nur Absagen. Ich war schockiert, dass ich als zweifache Mutter so schlechte Chancen hatte. Zugleich wurde der Wunsch stärker, neben klassischer Printgrafik auch Web-Design machen zu können – und den Traum von der Selbstständigkeit zu verwirklichen.

Ich habe mich bei der Agentur für Arbeit beraten lassen, man empfahl mir die Weiterbildung zur Web-Designerin. Im Home-Office, ich würde alles von zu Hause aus erledigen können. Ich habe mir mehrere Anbieter angesehen und die Schulung ausgesucht, die ich brauchte. Das Equipment wurde mir zugeschickt: Rechner, Headset, Tastatur, zwei Monitore, sogar ein Verlängerungskabel war in dem Paket. Drei Monate lang hatte ich täglich von 8 bis 14 Uhr Unterricht. Ich war happy und finde, die Lehrer sind gut auf uns eingegangen. Es gab private Chats, in denen man ungestört Fragen stellen konnte oder in denen die Trainer Prüfungsergebnisse mit uns besprochen haben. Auch die Klausuren habe ich zu Hause geschrieben. Am Ende habe ich ein offizielles Zertifikat erhalten, ich bin jetzt Web-Designerin.

Prompt wurden mir drei Jobs angeboten, aber für mich stand fest: Ich mache mich selbstständig. Heute gestalte ich zum Beispiel Plakate oder Websites für Unternehmen und habe mich auf arabische Kunden spe­zialisiert. Als Tochter eines arabischen Vaters spreche ich fließend die Sprache. Die ersten Monate als Freiberuflerin liefen so gut, dass ich zeitweise darüber nachgedacht habe, eine Aushilfe zu beschäftigen. Für mich war E-Learning eine tolle Erfahrung. Man ist auf die eigene Motivation angewiesen, aber das hat mich nur ehrgeiziger gemacht.