Einmischen, oder?: Vetternwirtschaft

Die Tochter des Chefs

Auf Vetternwirtschaft in Unternehmen reagieren viele Mitarbeiter allergisch. Wenn sich die junge Tochter des Gründers dann auch noch als Chefin aufspielt, kann schon mal der Geduldsfaden reißen. Was tun?

Veröffentlicht am 18.08.2016
Frau an Glaswand

Was tun, wenn jemand seine informelle Macht ausspielt?


Ich arbeite in einer großen Werbeagentur. Kürzlich hat die 20-jährige Tochter des Gründers bei uns angefangen. Sie kritisiert uns vor Kunden und spannt die Assistentin für Privates ein. Alle sind sauer, keiner sagt was.

Auffallend ist, dass in Ihrer Firma ein Klima herrscht, in dem Dinge nicht offen angesprochen werden. Das Verhalten der Tochter kann hier symptomatisch sein. Vielleicht spiegelt es die Unzufriedenheit des Gründers mit seinen Mitarbeitern wider (die junge Frau kriegt zu Hause ja einiges mit). Vielleicht möchte sie auch nur Chefin spielen.

Häufen sich schwierige Situationen, sollten mehrere Kollegen sie ansprechen, dass in der Firma andere Gepflogenheiten gelten. Die zweite Möglichkeit ist mit mehr Aufwand verbunden, bewährt sich aber langfristig, damit Konflikte wie dieser keine destruktive Kraft entwickeln. Regen Sie bei der Firmenleitung ein Meeting mit allen Mitarbeitern an: Was sind die Erfolge des Teams, was die Ziele? Das liefert auch gute Argumente, falls die Tochter wieder aus dem Rahmen fällt.