Der ultimative Party-Knigge

Oh, what a night!

Gastgeschenk, Ex-Partner, Tanzfläche: Auf jeder Feier lauern Fettnäpfchen. Wer sich an diesen Party-Knigge hält, wird aber garantiert wieder eingeladen.

Veröffentlicht am 21.01.2017
Freunde stoßen mit Champagner an.

Ein rauschendes Fest, wenn die Gläser klingen. Cheers!


Das Gastgeschenk

Wenn schon Champagner, dann bitte eisgekühlt! Sie vertragen nur histaminfreien Rotwein? In diesem Fall verschenken Sie am besten, was Sie selbst trinken. Von Gastgebern kann man heute nicht mehr erwarten, dass die Hausbar für sämtliche Unverträglichkeiten ausgestattet ist. Origineller als ein Blumenstrauß ist – ganz old fashioned – eine Pralinenschachtel, die findet im Lauf des Abends garantiert Abnehmer. Noch besser: eine eigens zusammengestellte Playlist auf Spotify.

Tanz die Acht

Eine Anleitung für Menschen mit ein bis zwei linken Füßen:

  1. Haltung:
    Mark Twain hätte das „Studio 54“ zum Wackeln gebracht, denn schon er wusste: Dance like nobody’s watching. Ist doch egal, was andere denken. Augen zu, Haare schütteln und sich allein auf den Takt der Musik konzentrieren.
  2. Hände hoch:
    Weder Drink noch Handtasche mit auf die Tanzfäche nehmen. Jedes Accessoire macht es schwerer, nicht leichter. Die Hände gehören auf die Hüfte, in die Haare – oder am besten: in die Luft.
  3. Acht gewinnt:
    Mit den Hüften die Zahl Acht tanzen – das lockert auf und sieht bei jedem sexy aus. Wer unsicher ist, sucht sich einen Vortänzer und ahmt dessen Bewegungen nach oder kreiert ein Alter Ego, um sich freier zu fühlen.
  4. Bitte nicht:
    Mitklatschen, marschieren, voguen.

Karaoke, Baby!

Vorher unbedingt das Licht dimmen lassen und vielleicht ein paar Background-Sänger organisieren. Dann Mikro in die Hand, tief durchatmen und los. Laut Kevin Race, Karaoke-Host von „Boardwalk 11“ in Los Angeles, empfehlen sich folgende Songs: „Don’t Stop Believin’“ von Journey, „Ring of Fire“ von Johnny Cash und „Proud Mary“ von Tina Turner.

Der Drink der Saison

Barkeeperin Bobbi Kay mixt im Berliner „Pauly Saal“ und legt uns Countess Blazh ans Cocktail-Herz: 2 cl Lemonjuice, 3 cl Wodka, 3 cl Lillet Rosé, 1 cl Sliwowitz, 2 cl süßer Lavendeltee. Schütteln, mit viel Eis im Tumbler oder in der Schale servieren. Für die Deko: Marshmallow-Herz mit Goldstaub (aus Lebensmittelfarbe). Cheers!

Ein Drink von von Barkeeperin Bobbi Kay

Wie der perfekte Drink aussieht? So: Countess Blazh von Barkeeperin Bobbi Kay.


Nummer sicher

Der beste Weg, jemanden nach seiner Handynummer zu fragen, ist: es nicht direkt zu tun. Besser: den Wunsch geschickt verpacken, etwa „Wenn du das nächste Mal in meiner Gegend Tennis spielst/Kaffee trinkst, melde dich doch, ich kann dir gern meine Nummer texten.“ So kann der andere darauf eingehen – oder auch nicht.

Instagram-Etikette – ein offener Brief

Lieber Partygast,

bitte markiere mich nicht ungefragt auf deinen Bildern. Niemand hat dich als Fotograf engagiert, und es ist unhöflich, meine Privatsphäre zu verletzen. Wenn du es dennoch nicht lassen kannst, zeig mir das Foto und frag vorher, ob meine Freunde, Küche oder Champagner-Pyramide online gehen dürfen. Außerdem: Wer mit Posten beschäftigt ist, verpasst die Party.

Herzliche Grüße,
alle Gastgeber dieser Welt

Dresscode 2017

myself-Modechefin Julia Zirpel hat drei goldene Regeln:

  1. In zwei Outfit-Stufen denken: Erst kommt das Dinner, dann der Dancefloor. Fließende Pyjama-Tops oder ein Slipdress sind nicht nur sexy, in ihnen lässt sich auch gut tanzen.
  2. Legen Sie sich ein Teil zu, das Sie nach der Feiersaison in die Alltagsgarderobe integrieren können. Lieber keine Pailletten – hat man einfach zu oft gesehen. Besser ist ein Samt- oder Brokatblazer oder eine coole Sergeant-Pepper-Jacke. Auch toll: ein silberner Plisseerock aus Lurex, der später mit einem Strickpullover kombiniert wird.
  3. Immer gut, um einen Look aufzuwerten: auffälliger Modeschmuck. Schön ist zum Beispiel der von Hervé Van der Straeten.

Partypannen

Sie gehören zu jedem Fest und müssen gemeistert werden, sonst wäre es nur der halbe
Spaß. Also, was tun wenn ...

... einem der Name des Gesprächspartners nicht einfällt?
Der einzige Weg raus ist durch. Also sich entschuldigen und nachfragen. Wären Sie selbst beleidigt? Eben.

... jemand das gleiche Kleid trägt?
Angriff ist die beste Verteidigung. Deshalb ohne nachzudenken auf die andere zugehen, ihr ein Kompliment machen und ein amüsantes Doppelte-Lottchen-Foto schießen.

... Sie etwas verschütten?
Küchenrolle holen und versuchen, die Spuren selbst zu beseitigen. Wenn Flecken bleiben, anbieten, dass die Versicherung den Schaden übernimmt. Falls ein anderer Partygast was abbekommen hat: Nummer notieren und Reinigungskosten übernehmen.

... Sie in letzter Minute absagen müssen?
Schicken Sie stellvertretend eine Lilie.

... Ihr Ex-Partner auch da ist?
Nehmen Sie Augenkontakt auf, gefolgt von Lächeln und Winken. Fortgeschrittene platzieren ein Küsschen und stellen sich der Begleitung vor (ohne das Wort „Ex“ zu erwähnen). Dann entschuldigen und wahlweise Bar, Buffet oder Toilette aufsuchen.

... die Ex meines Partners da ist?
Wenn er sie verlassen hat, lassen Sie seine Hand los. Liegt der Fall andersrum: festhalten, Brust raus, Kopf hoch.

... ich viel zu viel getrunken habe?
Party verlassen, sofort. Im Ernst. Es könnte blamabel enden. Verzichten Sie auf eine Verabschiedung und steigen Sie ins Taxi.

... der betrunkene Partner Ihrer Freundin Sie anmacht?
Handgelenk packen (nicht die Hand, das könnte falsch verstanden werden) und deutlich machen, dass Sie nicht interessiert sind. Als Abschreckung zeigt dieser Satz Wirkung: „Beim nächsten Treffen mit dir und deiner Frau werde ich mich über diese Aktion lustig machen.“

Hopp, hopp

PR-Profi Nora Rochlitzer weiß, wie Partyhopping geht:

„Eine Stippvisite wirklich kurz halten. Großes Hallo, ein Drink, ein ehrlich gemeintes Kompliment, ankündigen, dass man leider noch einen Termin hat, und dann weiterziehen. Voraussetzung: ein universelles Outfit, Mid Heels statt 12-Zentimeter-Absätzen und nie eine Clutch, sondern immer eine Umhängetasche, weil praktisch. Von hier nach da übrigens mit der ‚Mytaxi‘- App – erspart Bargeld und Quittungssalat.“