Der große myself-Persönlichkeitstest

Sei du selbst!

Führen Sie das Leben, das zu Ihnen passt? Ja, nein, vielleicht? Die Antwort und konkrete Änderungsvorschläge liefert dieser Persönlichkeitstest.

Veröffentlicht am 17.11.2017
Zwei nachdenkende Köpfe.

Gretchenfrage: Kann alles so bleiben, wie es ist, oder wird es Zeit, etwas zu verändern? 


1. Was würden Sie übermorgen tun, wenn Sie morgen den Millionen-Jackpot knacken?

  • Kündigen. (a)
  • Ein paar Dinge kaufen, die schon lange auf meinem Wunschzettel stehen. Und mit dem guten Gefühl weiterarbeiten, dass ich’s nicht mehr müsste. (b)
  • Nach einem Sabbatical fragen. Ein Jahr raus, Luft holen – vielleicht würde mir der Job danach wieder mehr Spaß machen. (c)

2. Können Sie sich an Ihren letzten echten Lachanfall erinnern?  

  • Das soll wohl ein Witz sein! Lachen ist wie Atmen. (b)
  • Muss ein paar Tage her sein. Zu­gegeben: Im Lächeln bin ich geübter. (c)
  • Nein, das Leben ist halt nicht nur Pommes und Disco. (a)

3. Worauf freuen Sie sich, wenn Sie Feierabend machen?

  •  Auf die Waagerechte. Und Netflix. (a) 
  • Auf Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. Und manchmal sogar darauf, morgen wieder mit vollem Akku am Schreibtisch zu sitzen. (b) 
  • Die Frage sollte lieber lauten: Wo­rüber? Zum Beispiel darüber, dass ich dem Feierabend nicht entgegen­fiebern muss. Work und life existieren bei mir friedlich ­nebeneinander. (c) 

4. Ihr Sexleben in einem Wort?

  • Schwankungsanfällig. (Aber auch kein Grund zum Stöhnen.) (c) 
  • Welches Sexleben? (a) 
  • Können wir uns auf zwei einigen? Total befriedigend. (b) 

5. Was tun Sie, wenn Ihnen ­ jemand krumm kommt? 

  • Zurückstänkern! Wenn das Fass voll ist, lasse ich es gerne über­laufen. (b) 
  • Ich mache deutlich, dass mir so ein Verhalten nicht gefällt. Trotzdem ­versuche ich, diplomatisch zu bleiben. (c) 
  • Geradebiegen. Auch wenn das bedeutet, dass ich meine Meinung für mich behalten muss. (a) 

6. Wenn Sie heute sterben würden, was würde Ihnen ­Sorgen ­bereiten? 

  • Dass der Spaß ein jähes Ende hätte. Vorwürfe bräuchte ich mir aber nicht zu machen: Ich habe mitgenommen, was ging. (b) 
  • „Mögen hätt’ ich schon wollen.“ ­Ärgerlich, dass ich mir nicht mehr Zeit für die Dinge genommen habe, die mir wirklich am Herzen liegen. Und nicht mutig genug war, für ein paar unvernünftigere Entscheidungen. (a)
  • Meine Bucket List. Darauf steht noch zu viel Unerledigtes. (c) 

7. Was begeistert Sie an Ihrem Beruf? 

  • Dass mein Gehalt pünktlich überwiesen wird. (a)
  • Dass ich an mindestens zwei von fünf Tagen in der Woche gern ins Büro gehe. Und dass er mir genügend Luft für Dinge lässt, die ich noch ein bisschen lieber mache. (c)
  • Dass er sich selten nach Beruf und meistens nach Berufung anfühlt. Und sich mit meinen Wertvorstellungen deckt. (b)

Lebensweg.

Glücks-Inventar: Was man braucht, um mit seinem Leben im Reinen zu bleiben? Einen zuverlässigen inneren Kompass.


8. Was empfinden Sie, wenn andere ihren Erfolg auf Instagram dokumentieren?  

  • Pfff, digitale Selbstdarstellung beeindruckt mich nicht. Mit dem richtigen Filter sieht jedes Leben nach Konfettimaschine aus. (c)
  • Bewunderung! Wer on fire ist, inspiriert mich. (b)
  • Erst ein Ziehen in der Brust, dann Unzufriedenheit. Ich muss zugeben: Ich beneide Menschen, denen alles zuzufliegen scheint. (a)

9. Sie gewinnen eine Woche ­Urlaub auf einer einsamen ­Pazifik-Insel. Was geht Ihnen durch den Kopf? 

  • Na, was wohl? Woohoo! Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen. (b)
  • Was da alles schiefgehen kann! Seltene Krankheiten, Essen, das mir nicht schmeckt, verspätete Flüge, Sonnenbrand. Italien wäre mir lieber. (a)
  • Okay, mach ich! Obwohl ich schon ziemlich Bammel davor habe. (c)

10. Wie gefällt Ihnen die Vorstellung, in zehn Jahren noch mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin zusammen zu sein? (Singles bitte weiter zu Frage zwölf.) 

  • Gut! Vorausgesetzt, wir arbeiten noch ein bisschen an uns. (c)
  • Nichts, was mir Sorgen machen müsste. (b)
  • Ist das Angstschweiß auf meiner Stirn? (a)

11. Facebook will, dass Sie Ihren Beziehungsstatus aktualisieren. Sie wählen …?  

  • Warte auf ein Wunder. (a)
  • Route wird neu berechnet. (c)
  • Habe, was ich will. (b)

12. Wie oft wagen Sie etwas Neues?  

  • Immer mal wieder. Aber ich muss nicht jeden Spaß mitmachen. (c)
  • Wann immer sich die Gelegenheit bietet! „Wer nicht mehr strebt, wer nicht mehr lernt, der lasse sich be­graben.“ (Wusste schon Ernst Freiherr von Feuchtersleben.) (b)
  • Um’s mal so auszudrücken: Mich vorsichtig zu nennen wäre eine ­Bagatellisierung. Für Abenteuer fehlt mir meistens die Courage. (a)

13. Was denken Sie, wenn Sie in den Spiegel schauen? 

  • Hollywood! Stimmt natürlich nicht. Aber ich bin zufrieden. (b)
  • Großbaustelle. Flughafen Berlin Brandenburg. Nächste Frage. (a)
  • Wie heißt es noch: Dich kenne ich nicht, aber ich kämm dich trotzdem. Wenn das Spiegelbild nicht gnädig zu mir ist, versuche ich, es wenigstens selbst zu sein. (c)

14. Hand aufs Herz: Wie ehrlich sind Sie zu Ihren Freunden? Und wie ehrlich sind sie zu Ihnen? 

  • Vielleicht sprechen wir nicht immer ganz offen über all das, was uns beschäftigt. Aber grundsätzlich haben wir die besten Absichten. Daran zweifle ich nicht. (c)
  • Gnadenlos ehrlich. (b)
  • Ehrlich genug, um keinen Staub aufzuwirbeln. Bestimmte Themen sparen wir lieber aus. (a)

15. Trauen Sie sich, auch mal Nein zu sagen? 

  • Na ja, müssen muss ich gar nichts. Trotzdem versuche ich, hilfsbereit zu sein. (c)
  • Ja. Nein. Hm, schwierig. Anzuecken fällt mir wirklich nicht leicht. (a)
  • Und ob! Ich halte es wie Gandhi: „Ein Nein aus tiefstem Herzen ist besser als ein Ja, mit dem man Ärger vermeiden will.“ (b)

16. Wen versuchen Sie zu beeindrucken? 

  • Leider die anderen. Was von mir ­erwartet wird, versuche ich zu erfüllen. (a)
  • Mir ist wichtig, was meine engsten Freunde von mir halten. Aber ich bleibe mir treu. (c)
  • Mich! Ich bin der einzige Kritiker, von dem ich mir reinreden lasse. (b)

17. Wenn Sie an Ihren nächsten Geburtstag denken …

  • … werde ich ein bisschen weh­mütig. Es ist okay, älter zuwerden – aber es war schon mal entspannter. (c)
  • … habe ich ein schönes Fest vor Augen. Älter zu werden stört mich null. (b)
  • … denke ich lieber an etwas anderes. Geburtstage haben immer etwas von Rückwärts-Countdown. (a)

Straße mit Kurve.

Die Kurve kriegen: Für eine neue Richtung ist es nie zu spät. Nur einschlagen muss man sie selbst. 


Auflösung:

Überwiegend a) 

Die gute Nachricht zuerst: Es ist nie zu spät, um das Leben nachzujustieren. Die schlechte: Sie haben keine Zeit mehr zu verlieren. Wenn sich die Woche quälend in die Länge zieht, Sie sich erschöpft und fremdbestimmt fühlen, haben Sie Ihr Drehbuch längst abgegeben. „Dann ist der Leidensdruck zu groß, um einfach so weiterzumachen wie bisher“, glaubt Therapeutin und Coach Dörte van Benthem Favre. Was ist zu tun? Ziehen Sie Bilanz. Was ist Ihnen wichtig im Privatleben? Und im Job? Würden Sie tun, was Sie tun, wenn man Ihnen dafür keinen Cent mehr zahlen würde? Überwinden Sie die Angst vor Veränderungen. Ganz entscheidend wird dabei sein, Ihre Poten­ziale zu erkennen und abzugleichen mit dem Ist-Zustand, vielleicht mithilfe eines Coaches. Und, auch wenn der Satz einen Bart von hier bis Moskau hat: Lernen Sie, Nein zu sagen und sich abzugrenzen von Menschen, deren (falsche?) Erwartungen Sie nicht mehr erfüllen möchten. Zu­gegeben, das ist alles anstrengend und unbequem, aber notwendig, damit sich das Leben nach mehr als birth, school, work, death anfühlt. Dafür ist es zu ­kostbar. 

Überwiegend b) 

Alles ist gut. Okay, zumindest das meiste. Es gibt nicht viele, die das unterschreiben würden, Sie gehören offensichtlich dazu. Glückwunsch zu so viel geballter Lebenskompetenz! Sie haben ein feines Gespür für Ihre Bedürfnisse und wissen genau, wie das große Kunststück gelingt, mit sich selbst befreundet zu sein. Das kann am Job liegen, der Sie inspiriert und erfüllt, oder den Menschen, die Sie mit Zuversicht fluten. Probleme? Schrumpfen bei Ihnen zu Problemchen. Leute, die permanent nörgeln, aber nichts anpacken, bringen Sie auf die Palme. Überhaupt fällt es Ihnen leicht, den Ärger rauszulassen. Gut so! Denn wer das nicht beherrscht – da sind sich Psychologen einig –, läuft eher Gefahr, an Depressionen zu erkranken. Neues auszuprobieren macht Ihnen keine Angst. Im Gegenteil: Wenn Sie ein Ziel haben, steuern Sie unbeirrt darauf zu. Doch Vorsicht! Wer sich selbst nah ist, verliert die anderen schnell mal vom Radar. Fokussieren Sie sich nicht nur auf Ihre eigenen Wünsche, sondern auch die Ihrer Lieblingsmenschen. Dann stehen die Chancen gut, dass das Schicksal auf Ihrer Seite bleibt (oder von Ihnen festgehalten wird).

Überwiegend c) 

Sie haben eine gesunde Einstellung zum Leben – was nicht bedeutet, dass Sie sich nie ein anderes wünschen. Warum bin ich hier? Wo ist der Sinn? Solche Grundsatzfragen, sagt Mentorin Maria Christina Gabriel, seien wie ein Kompass. Sie helfen, den Weg zur eigenen Bestimmung zu finden. Wenn der Job nervt oder es in der Partnerschaft kriselt, ist es natürlich keine Lösung, alles hinzuschmeißen. Auch kleine Veränderungen können Erstaunliches bewirken. Überlegen Sie, was Sie gut können und welche Themen Sie begeistern. Vielleicht ergibt sich im Job die Möglichkeit, eine neue Aufgabe zu übernehmen. Oder fokussieren Sie sich aufs Private. Eine Art Kompensationsgeschäft: Wer seinen Leidenschaften nachgeht, kann auch besser mit Jobroutinen umgehen. Gilt alles in ähnlicher Weise für Durchhänger in der Beziehung. „Man sollte sich fragen, was der Partnerschaft verloren gegangen ist“, rät Maria Christina Gabriel. Klar, Gespräche mit einem Paartherapeuten können helfen, aber manchmal genügt auch der wohlwollende Blick auf den anderen. Sagen zumindest Langzeitpaare, wenn man sie nach ihrem Glücksrezept fragt.

Die Expertinnen: 

Maria Christina Gabriel, 35, ist ausgebildeter Health Coach und arbeitet heute von New York aus als spirituelle Mentorin. Ihre frühere Praxis hat sie gegen das Laptop getauscht und berät so Einzel­personen und Firmen via Skype. 

Dörte van Benthem Favre, 43, ist systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin, Sexualtherapeutin und Coach. In ihrer Berliner Praxis „Reden ist Gold“ berät sie ­täglich Menschen, die sich im Leben verfranst haben.