Die Chin-Up-Maske im Test

Sadomaso für's Doppelkinn

Manchmal mag es unsere Autorin gern doppelt und dreifach. Beim Doppelkinn hört die Lust am Üppigen aber auf. Sie hat deshalb eine Chin-Up-Maske für schmalere Gesichtskonturen getestet. Ihr Erfahrungsbericht – mit SM-Qualität.

Veröffentlicht am 30.05.2017
ChinUp Mask.

Doppelt gegen Doppelkinn: Die „ChinUp Mask” kämpft mit Gummiband und Vliesmasken gegen schlaffe Konturen.


Mit englischen Begriffen, die sich auf Größe beziehen, geht man seit dem US-Wahlkampf sparsam um. Ein great käme mir nicht mehr über die Lippen. Von think big aber mag ich nicht lassen. Ich will schwelgen! Ob torta al limone, die Größe des Bettes oder die Anzahl der Shampooflaschen auf dem Badewannenrand: Manchmal habe ich es gern doppelt und dreifach. Beim Doppelkinn allerdings hört die Lust an der Üppigkeit auf. Nichts gegen etwas überschüssiges Körperfett, aber doch nicht hier!

Als ich beim Blick in den Spiegel feststelle, dass meine untere Gesichtspartie nicht nur etwas, äh, ausgeleiert wirkt, sondern offenbar auf Expansionskurs geht, denke ich über Gegenmaßnahmen nach. Gesichtsgymnastik? Keine Zeit. Okay, keine Lust. Ich versuche es mit einer angeblich hocheffektiven Blitzmethode: Die „ChinUp Mask“ (von chinup.eu, ab 40 Euro) verspricht eine straffere und bis zu fünf Zentimeter schmalere Kinnpartie innerhalb von 30 Minuten und soll angeblich sogar den Besuch beim Schönheitschirurgen ersetzen. Die in der Maske enthaltenen Substanzen sind zum einen therapeutische natürliche Fruchtextrakte mit antioxidativen Eigenschaften. Der durchblutungsfördernde und  wärmende Wirkstoff Corum 9235 wiederum ist für den Lifting-Effekt verantwortlich, indem er den Fettabbau in der Haut unterstützt und die Zellstrukturen strafft.

Mit dem beigelegten Maßband vermesse ich mein Kinn, ohne wirklich mit einem späteren Wow-Effekt zu rechnen. Ich lege das wirkstoffgetränkte, dezent fruchtig duftende Vlies auf die Kinn- und Halspartie. Das Anlegen des elastischen Halteriemens – ein Geschicklichkeitstest, den ich erst beim dritten Versuch bestehe. Der Riemen presst das Vlies an Kinn und untere Wangen und wird mit einem Klettverschluss auf dem Kopf fixiert. Riecht ein bisschen nach Fahrradschlauch und verwandelt mich optisch in eine Frau mit ausheilendem Unterkieferbruch.

Der Tragekomfort hat ebenfalls SM-Qualität. Eingequetscht wie in eine zu enge Badekappe, verfolge ich misstrauisch, wie sich das schnell einsetzende Wärmegefühl zu einer kribbeligen Hitze steigert. Meine Haut brennt, der straffe Befestigungsgurt drückt auf meine Kehle und macht das Atmen schwer. Das Signal des Küchenweckers nach 30 Minuten – eine Erlösung! Aber das Durchhalten hat sich gelohnt: In Sachen Kinnumfang ist laut Maßband alles beim Alten, aber die Konturen wirken tatsächlich straffer, die Haut ist herrlich zart und prall. Und das Beste: Der Facelift-Effekt hält die ganze Woche bis zur nächsten Anwendung an, das hätte ich nicht erwartet. Und jetzt gern einen Double Chocolate Cheesecake Muffin!