6 ultimative Karriere-Tipps

Mehr Geld, Chefin!

Eine Gehaltserhöhung, ein eigenes Büro oder der Umstieg auf Teilzeit – wie spricht man solche Themen beim Vorgesetzten am besten an? Mit der richtigen Strategie. 6 Methoden, wie man seine Ziele umsetzt.

Veröffentlicht am 02.01.2017
Ein Rechen rafft Geld vom Boden zusammen.

Sie wollen mehr Geld? Dann achten Sie auf das Timing.


1. Ehrliches Feedback bekommen

Wenn es um Ihre Leistung im letzten Jahr geht, wird Ihre Chefin einsilbig? Oder sie redet viel, sagt aber nichts? Ärgerlich für alle, denen es um eine realistische Einschätzung geht. Anja Beenen, Co-Autorin des Fachbuchs „Mitarbeiterbeurteilung und Zielvereinbarung“ (Haufe-Lexware), rät, sofort nachzuhaken: „Wann hätte ich mich besser verhalten können? Was hätten Sie von mir erwartet?“ Dabei könnten auch unbequeme Wahrheiten auf den Tisch kommen. Dann bloß nicht anfangen, sich zu verteidigen oder emotional zu werden. Sie wissen ja: Never explain, never complain. Sonst landet man schnell in der Schublade „Mit der kann man eh nicht reden“. Gift für die persönliche Entwicklung und eine verpasste Chance, aus Fehlern zu lernen. Bei Kritik Augenkontakt halten, tief einatmen und mit fester Stimme sprechen. Das wirkt souverän.

Den Chef loben?

Fachleute nennen das „Führen von unten“ oder cheffing. Auch Führungskräfte sind empfänglich für Lob und Anerkennung. Wer also ein Feedback vermisst, sollte ruhig mal den ersten Schritt machen.

2. Zwei-Stufen-Plan für eine Gehaltserhöhung

Fast ein Drittel aller Angestellten fordert im Jahresgespräch mehr Geld. Viele blitzen ab. Kein Grund, nicht trotzdem darauf hinzuarbeiten – und zwar frühzeitig. Zeigen Sie über das gesamte Jahr Engagement und übernehmen Sie Verantwortung, rät Anja Beenen. Und: Sprechen Sie über die erzielten Erfolge. Leistung ist beim Thema Gehalt das Einzige, was zählt – nur eben nicht immer sofort. Kassieren Sie ein Nein, im Spätsommer einen neuen Anlauf starten. Dann planen viele Unternehmen das Personalbudget fürs kommende Jahr, und die Chancen stehen besser.

Sie brauchen aber jetzt mehr Geld?

Erkundigen Sie sich nach Alternativen. Oft bieten Arbeitgeber auf Nachfrage einen zusätzlichen freien Tag, Dienstwagen, Zuschüsse für Kindergarten und für die Lebensversicherung an. Diese steuerreduzierten Leistungen sind für Unternehmen leichter umsetzbar als ein höheres Gehalt.

3. Die Karriere beschleunigen

Sie wollen nach oben? „Dann machen Sie das im Jahresgespräch klar“, rät Karrierecoach Jürgen Hesse. Gerade Frauen erwarten, gefragt zu werden, statt selbst die Initiative zu ergreifen. Allerdings genügt es nicht, „Hier!“ zu rufen. „Erklären Sie, warum Sie die Richtige sind“, so Hesse. Wie bei der Gehaltserhöhung gilt: Je mehr Sie zuvor geleistet haben, desto größer die Chancen für einen Aufstieg. Nur die Zielvorgaben erreicht zu haben wird leider nicht reichen, um beim Chef zu punkten. Wer weiterkommen will, sollte sich hervortun, etwa mit neuen Konzepten, die die Abteilung oder das Unternehmen nach vorn bringen.

Kein Führungsjob frei?

Vielleicht gibt es etwas anderes, was Ihr Chef für Sie tun kann (vorausgesetzt natürlich, er will)? Mehr Gehalt oder eine Fortbildung zum Beispiel (siehe Punkt 5).

4. Endlich ein Einzelzimmer

Kein Lärm, keine nervigen Kollegen – für ein Einzelbüro gibt es viele gute Gründe, aber nur einen, den der Chef akzeptiert: ein Projekt, das volle Konzentration erfordert. „Schildern Sie, was Sie geleistet haben, dass nun die heiße Phase ansteht und Sie sich reinhängen wollen“, empfiehlt Karrierecoach Jürgen Hesse. Bringt natürlich nur was, wenn im Unternehmen überhaupt ausreichend Räumlichkeiten vorhanden sind.

Kein Zimmer frei?

Schlagen Sie einen Home-Office-Tag pro Woche vor. So haben Sie für die Dauer des Projekts wenigstens ab und zu Ruhe.

5. Das Thema Fortbildung clever anpacken

Eigentlich ist es ganz einfach: Qualifiziertere Mitarbeiter bringen dem Unternehmen mehr Profit. Trotzdem ist es schwierig, im Jahresgespräch eine Fortbildung für sich herauszuholen. Jede Maßnahme kostet Zeit und Geld. Betreut Ihre Abteilung einen ausländischen Zulieferer? Schlagen Sie einen Sprachkurs vor, um die Zusammenarbeit zu optimieren. Legen Sie einen detaillierten Plan vor mit den Angeboten, Kosten und einer möglichen Vertretung während Ihrer Abwesenheit. Ihr Chef sollte das Gefühl haben, er muss nur noch sein Okay geben. Je geringer der Aufwand für ihn, desto größer die Chance, dass er zustimmt.

Antrag abgelehnt?

Probieren Sie den Umweg über einen Bildungsurlaub, normalerweise besteht ein Anspruch von fünf Werktagen pro Jahr. Kann man ablehnen, aber die Absage muss schriftlich begründet werden, sprich: Die Hürden sind deutlich höher.

6. Auf Teilzeit umsteigen – ohne auf dem Abstellgleis zu landen

Klingt merkwürdig, aber die Beziehung zum Chef ähnelt zuweilen einer langjährigen Partnerschaft. „Die Ankündigung, weniger arbeiten zu wollen, ist wie dem Partner zu sagen „Ich will dich seltener sehen“, sagt Jürgen Hesse. Ohne eine gute Strategie hat man verloren.

Vorsicht

Formulierungen wie „mehr Zeit für mich und die Familie“ vermeiden, es sei denn, Sie wollen als wenig ambitioniert abgestempelt werden. Was dagegen meist funktioniert, ist ein privates Projekt, das dem Image der Firma nützen könnte, wie zum Beispiel ein Fachbuch.

(Text: Hannah Wilhelm)