Selbstoptimierung

Steht zu dem, was ihr tut

Sein Aussehen durch Sport und gesunde Ernährung zu optimieren, ist gesellschaftsfähig. Chirurgische Eingriffe oder Botox-Behandlungen werden dagegen geächtet. Ist das nicht heuchlerisch?

Veröffentlicht am 28.07.2017
Barbie mit Spritze.

Manchmal ist weniger mehr – das gilt auch für Botox.


Eine Bekannte von mir ist offensichtlich im Botox-Wahn. Wenn man sie darauf anspricht, streitet sie alles ab. Aber der Freundeskreis zerreißt sich inzwischen das Maul. Soll ich ihr davon erzählen?

Auf jeden Fall. Ihre Bekannte leidet offensichtlich unter mangelndem Selbstvertrauen. Sie versucht einerseits ihr Aussehen zu optimieren, aber gleichzeitig jede Anti-Falten-Spritze zu verheimlichen. Warum? Botox ist doch mittlerweile gesellschaftsfähig. Besser wäre es, sie würde ganz offen sagen, dass sie hin und wieder etwas an sich machen lässt.

Wer zu dem steht, was er tut (vielleicht sogar Unsicherheiten in Sachen Aussehen oder Angst vorm Älterwerden zugibt), bietet Lästermäulern keine Munition für Spekulationen. Die Leute reden ja nicht, weil da jemand alle paar Wochen zum Beauty-Doktor rennt, sondern weil diejenige das um jeden Preis unterm Deckel hält.

Wenn Sie es also gut mit ihr meinen, sollten Sie sie mal beiseitenehmen und ihr offen sagen, Sie hätten den Eindruck, sie mache sich lächerlich. Raten Sie ihr, nicht so zu tun, als sei nix, sondern locker mit der Sache umzugehen – und schon bald wird sich niemand mehr mokieren.