Living-Homestory

Skandi-Chic in Dahlem

Wie es der Berliner Unternehmerin Tanja Demmerath gelang, aus einem Militärstützpunkt ein Familienquartier zu machen.

Veröffentlicht am 16.09.2016
Der dreijährige Tjorven lümmelt auf dem Sofa von Bolia, darüber ein Gemälde des Berlienr Thomas Rudolph. Sessel von Fredericia, Stehleuchte von Norr 11.

Der dreijährige Tjorven lümmelt auf dem Sofa von Bolia, darüber ein Gemälde des Berlienr Thomas Rudolph. Sessel von Fredericia, Stehleuchte von Norr 11.


Um Gottes willen, ich zieh doch nicht in eine Kaserne!“ Andererseits: Die Altbauwohnung, in der Tanja Demmerath bisher mit ihrer Familie gewohnt hatte, war verkauft worden, sie mussten raus, der Berliner Wohnungsmarkt inzwischen angespannt wie anderswo.

Man einigte sich darauf, das Gelände an der Clayallee in Dahlem, von 1945 bis 1994 Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte, wenigstens anzuschauen. Die Überraschung: statt Kasernenhof eine 56 000 Quadratmeter große Anlage mit stattlichen Kastanien und Trauerweiden, Wiesen, Spielplätzen, Wasserfontänen und denkmalgeschützten Gebäuden aus den 30er-Jahren, eingerahmt von einer langen Natursteinmauer. Ein Traum!

Hinter dem Schrebtisch im Arbeitszimmer der

Hinter dem Schrebtisch im Arbeitszimmer der "Telefonstuhl" der Urgroßmutter. Leucht von Gubi.


Nur: „Unsere alten Möbel hätten in der grafischen, lichtdurchfluteten Maiso- nettewohnung (im einstigen Hauptgerichtshof ) wie Fremdkörper gewirkt“, so die PR-Managerin. „Also fingen wir bis auf ein paar Lieblingsstücke wieder bei null an.“ Mithilfe des Einrichtungsduos Antonius Schimmelbusch zog nach und nach eine coole Romantik ein. Pastelltöne und organisch geschwungene Möbel – kurz: das bewusste Spiel mit der Natur – brechen die strenge Geometrie der 194 Quadratmeter großen Wohnung auf.

Das Bett im Elternschlafzimmer wurde maßgeschreinert.

Das Bett im Elternschlafzimmer wurde maßgeschreinert.


Wenn die Kinder im Bett und mit Ehemann Magnus die letzten Din- ge für den gemeinsamen Online-Shop (conceptroom.de) besprochen sind, lässt die zweifache Mutter den Abend auf dem Knoll-Daybed im Wintergarten ausklingen. Ein Drink aus der Hausbar, Vogelgezwitscher, leise Musik. Ein Klavierkonzert von Beethoven. Sarah McLachlan. Oder auch Status Quo: „In the Army Now...“