Smart Electric Drive im Test

Unter Strom

Klein, flexibel, umweltfreundlich. Unsere Kollegin hat den neuen Lokalhelden der Großstadt getestet – und war, Achtung Spoiler, elektrisiert.

Veröffentlicht am 17.06.2017
Natascha Zeljko mit Smart Fortwo Electric Drive.

Unsere Kollegin hat den Smart Fortwo Electric Drive getestet.


Man ist gerade mal ein paar Meter gefahren und sofort schießt einem ein Wort durch den Kopf: Autoscooter. So fühlt es sich an, wenn man beim neuen Smart Electric Drive aufs Gas drückt. Mit 60 Kilowatt (81 PS) beschleunigt der Zweisitzer in bester Elektroauto- Manier ziemlich flott (4,9 Sekunden von 0 auf 60 km/h). Und sollte man vor lauter Euphorie am Ziel vorbeischießen – auch kein Problem, der Kleine ist mit einem Wendekreis von gerade einmal 6,95 Metern extrem flexibel – da ist ein Richtungswechsel mit meinem ollen Hollandrad fast mühsamer. 

Wenig Lärm, keine Emissionen

Dabei sprechen in erster Linie Vernunftsgründe für den Smart Electric Drive, der dieses Frühjahr als Zwei- und erstmals auch als Viersitzer Forfour auf den Markt kam: weniger Lärm und null Emissionen, was ihn zum Lokalhelden der Großstadt macht. Und hier ist sein Revier. Mit einer Reichweite von 160 Kilometern (Forfour: 155 Kilometer) ist der Smart ganz klar als Stadtauto konzipiert. Interessant: Laut Hersteller wird er sogar überwiegend als Zweitfahrzeug genutzt. 55 Prozent der Smart-Besitzer haben zusätzlich ein größeres Auto in der Garage – für Langstrecken. 

Neben der Reichweite und dem Preis (Fortwo ab 21 940 Euro*, Forfour 22 600 Euro) ist für den potenziellen Elektro-Kunden eine Sache ganz entscheidend: die Ladezeit. Das Missverhältnis zwischen geringer Reichweite und langer Ladezeit einerseits und der Mangel an öffentlichen Ladestationen andererseits (sogar in Frankreich und Großbritannien stehen doppelt so viele Stromtankstellen wie bei uns) hat die Verbreitung von Elektroautos ziemlich ausgebremst. Aber: Es tut sich was. In der neuen Generation des Smart ist ein 4,6-Kilowatt-On-Board-Lader verbaut, die Ladezeit an einer sogenannten Wallbox beträgt etwa dreieinhalb Stunden, Ende des Jahres soll ein Schnelllader kommen, mit dem man in weniger als 45 Minuten zu 80 Prozent auftanken kann. 

Aufmerksam bleiben

Die Branche scheint aufgewacht zu sein. Und wach sollte man am Steuer des Elektro-Smart auch dringend bleiben. Obwohl ein Sound-Generator eingebaut ist, fährt das Auto so gut wie geräuschlos. Die Passanten hören einen nicht. Bei der Testfahrt hätte es beinahe eine Kollision mit einer Fußgängerin gegeben. Ich selbst war so abgelenkt vom Treiben auf einem Wochenmarkt, dass ich fast ein Frau übersehen hätte. Die Bremsen, das kann ich jetzt immerhin bestätigen, funktionieren bestens.

„Smart Control“-App

Der Fahrer kann jederzeit per Smartphone, Tablet oder PC auf das Auto zugreifen und beispielsweise Ladestatus, Reichweite oder Reifendruck überprüfen. Außerdem hat man die Möglichkeit, den Innenraum zu klimatisieren – je nach Außentemperatur kühlt oder heizt man das Fahrzeug auf 21 Grad. 

*Abzüglich der staatlichen Subventionen von 4400 Euro ergibt sich ein Kundennettopreis von 17 540 Euro.