Virtueller Sprachassistent von Amazon

Die Frauen hinter „Alexa“

Er notiert Einkaufslisten, bucht Flüge und erzählt Witze: der virtuelle Sprachassistent von Amazon. Entwickelt hat „Alexa“ die Amerikanerin Toni Reid – und ihr Team von hochqualifizierten Frauen.

Veröffentlicht am 05.10.2017
Alexa

Kleines Gerät mit großer Technik: Hausroboter „Alexa" von Amazon.


Es ist unheimlich und faszinierend zugleich. Wie in Spike ­Jonzes futuristischem Drama „Her“, in dem sich Joaquin Phoenix in „Samantha“ verliebt – die Stimme seines Computerbetriebssystems. Der Film kam 2013 heraus, ein Jahr, bevor Amazon „Alexa“ vorstellte, einen virtuellen Sprachassistenten, der Einkaufslisten notiert, die Lichter im Haus an- und ausknipst, Flüge bucht und Witze erzählt.

Hinter dem charmant säuselnden Hausroboter, der übrigens nach der antiken Bibliothek von Alexandria benannt ist, steckt Toni Reid. Die Anthropologin aus Seattle und Mutter zweier Töchter leitet seit 2014 die Entwicklungsabteilung „Lab 126“ und gilt intern als Orakel. Nach 17 Jahren im Konzern weiß die 45-Jährige, was die Kunden wollen – bevor diese es wissen. Mit ihrem Team, das vor allem aus Frauen besteht, entwickelt sie das Gerät kontinuierlich weiter. Gerade „lernt“ es, Hintergrundmusik zu dimmen, wenn jemand eine Frage stellt. „Wir imitieren, was ein echter Mensch tun würde“, sagt sie.

Seit vergangenem Jahr ist „Alexa“ auch in Deutschland aktiv – hier soll es sogar Familien geben, in denen der Roboter einen Gutenachtkuss von den Kindern bekommt. Unheimlich faszinierend.