Bücher

Starke Begleiter zum Thema Tod

Das Tabuthema Tod rückt in die Mitte der Gesellschaft: Sechs Ratgeber für alle (Sterbe-)Fälle

Veröffentlicht am 30.10.2016


Nach dem Anschlag
Antoine Leiris: „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ (Blanvalet, 2016)

FÜR WEN Alle, die nach Antworten auf Amok, Attentat und Terror suchen.
DARUM GEHT’S Bei den Anschlägen von Paris im November letzten Jahres verlor Antoine Leiris seine Frau. Er schildert die ersten zwei Wochen nach ihrem Tod – und was der Verlust für ihn und seinen kleinen Sohn bedeutet. „Wir werden nie in unser Leben von vorher zurückkehren. Aber wir werden uns kein Leben gegen diese Menschen aufbauen. Wir werden mit unserem eigenen Leben weitermachen.“ Ja, das sind wirklich große Worte.   
LESENSWERT … weil es großartig geschrieben ist.
 
Erste Hilfe  
Eva Terhorst: „Das erste Trauerjahr. Was kommt, was hilft, worauf Sie setzen können“ (Kreuz, 2015)

FÜR WEN Alle, die wieder festen Boden unter den Füßen brauchen.
DARUM GEHT’S Wut und Selbstvorwürfe, Er­schöpfung, Schlaflosigkeit, Chaos – die erfahrene Trauerbegleiterin weiß, was im ersten Jahr auf Hinterbliebene zukommt.
Fundiert und einfühlsam erklärt sie anhand von praktischen Tipps und Übungen, wie man sich wieder nach oben kämpft.
LESENSWERT … weil es mehr liefert als Das-wird-schon-wieder-Floskeln.


Suche nach Sinn  
Bärbel Schäfer: „Ist da oben jemand?
Weil das Leben kein Spaziergang ist“ (Gütersloher Verlagshaus, 2016)
FÜR WEN Alle, die die Warum-Frage einfach nicht loslässt.
DARUM GEHT’S Erst stirbt ihr Lebensgefährte, dann ihr Bruder – beide bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn. TV-Moderatorin Bärbel Schäfer begibt sich auf die Suche nach Halt, Sinn und Trost. Kann der Glaube helfen? Wie kommt man zurück ins Leben nach so einem Verlust? Fragen, die jeden beschäftigen, der gerade
seinen Lebensmenschen verloren hat.  
LESENSWERT … weil man sich sofort verstanden fühlt.

Philosophie des Sterbens
Christian Schüle: „Wie wir sterben lernen. Ein Essay“ (Pattloch, 2013)

FÜR WEN Alle, die ihr Verhältnis zum eigenen Tod klären wollen.
DARUM GEHT’S „Sterben zu lernen heißt, gut zu leben“ lautet die zentrale Botschaft dieses klugen und sensibel geschriebenen Essays. Man erfährt, warum der Tod heute kein Tabuthema mehr ist, was beim Sterben mit uns passiert, wie wichtig Selbstbestimmung ist und welche Rolle die Medizin dabei spielt. Die Denkanstöße hallen noch lange nach. Kein düsteres, sondern ein lebensbejahendes Buch!
LESENSWERT … weil der Tod viel von seinem Schrecken verliert.


Das Wissen der Ärzte  
Prof. Dr. med. Sven Gottschling: „Leben bis zuletzt. Was wir für ein gutes Sterben tun können“ (Fischer TB, 2016)

FÜR WEN Alle, die einen schwer kranken Menschen begleiten oder selbst krank sind.
DARUM GEHT’S Der Palliativmediziner beschreibt, wie man Sterbenskranken die bestmögliche Lebensqualität bieten kann. Er entlarvt Mythen wie „Schmerzmittel machen süchtig“ und erzählt anschaulich, wie man mit Sterbenden richtig kommuniziert. Ohnehin eines der schwierigsten Kapitel.
LESENSWERT … weil einem die gut erklärten Fakten weiterhelfen.

Für Kinder
Pernilla Stalfelt: „Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod“ (Moritz, 2015)

FÜR WEN Alle, die Kindern ab fünf Jahren erklären wollen, was Sterben bedeutet.
DARUM GEHT’S Die schwedische Kinderbuchautorin Pernilla Stalfelt schafft es, mit Witz und Würde zugleich das Geheimnis des Todes zu beschreiben: Warum der Opa plötzlich weg ist, dass auch Tiere sterben müssen, was in einer Urne steckt. Und was danach kommt: „Es gibt Leute, die glauben, man wird ein Stern am Himmel. Irgendjemand wird vielleicht ein gruseliges Gespenst.“
LESENSWERT … weil es Eltern hilft, Antworten zu geben auf typische Kinderfragen.