Weihnachtsgeschenke

Schöne Bescherung

Was ist beim Schenken erlaubt und was nicht? Mit diesen Tipps und Tricks sind enttäuschte Gesichter am Weihnachtsabend passé.

Veröffentlicht am 15.12.2017
Geschenke für Weihnachten.

Weihnachtszeit bedeutet zugleich auch Geschenkezeit. 


Ist es einfallslos, Geld zu verschenken?

Klassischer Fall von „kommt drauf an“. Tante Edeltraud aus dem Erzgebirge tut gut daran, statt der x-ten Ausgabe eines geschnitzten Volkskunst-Staubfängers einen Zwanziger in die Post zu ­packen. Aber je weniger Kilo­meter und Jahre zwischen Schenkendem und Beschenktem liegen, desto mehr wird Geld zum Schein des Anstoßes. Wenn es wirklich nicht anders geht, das Geldgeschenk wenigstens einfallsreich verpacken. 

Eine Freundin macht oft Wahnsinns-Präsente. Muss ich in der gleichen Preiskategorie nachdenken?

Nein, das wäre echt arm. Ein Geschenk sollte großzügig, aber niemals großkotzig sein. Schenken ist letztlich eine Stilfrage. Denn subtil schwingt da die Frage mit, welches Gefühl man dem anderen vermittelt. Wenn der Empfänger beschämt statt beglückt ist, hat man die Sache vermasselt.  

Eine Patenschaft als Geschenk – ja oder nein? 

Wollschaf (z. B. über Plan International) statt Woll­pulli – grundsätzlich eine gute Idee. Ausgerechnet an Weihnachten sein soziales Gewissen zu erleichtern sorgt aber am Ende oft für Gemecker. Vorschlag zur Güte: zehn Prozent der geplanten Ausgaben für Wohltätiges spenden und vom Rest Präsente besorgen. 

Muss man sich auch über hässliche Geschenke freuen?  

Ihre Mutter strahlt, während Sie ihr selbst designtes Schwemmholzskulptur-Etwas auspacken? Umarmen Sie die Scheußlichkeit anerkennend weg. Ebenso beim Miniatur-Kristallhirsch der Schwiegermutter. Wer sich Mühe macht, verdient Dankbarkeit. Auf welchem Dach­boden Sie das Zeug dann verstauen, ist Ihre Sache.

Darf ich beleidigt sein, wenn mein liebevoll ausgesuchtes Geschenk in der Ecke landet?

Ja, darf man. Es geht schließlich um Wertschätzung, im eigentlichen Sinn des Wortes: den Wert (die Mühe und den finanziellen Aufwand beim Besorgen des Präsents) zu schätzen. Es sei denn, man hat eine verzerrte Wahrnehmung, was unter „liebevoll aus­gesucht“ zu verstehen ist. 

Peinlich, wenn man mit 40 immer noch Wunschzettel schreibt? 

Bevor der Mann einen Thermomix besorgt, weil man sooo gerne kocht, sollte man einen Hinweis plat­zieren, dass Raclette in ­einer verschneiten Hütte das bessere Seelenfutter wäre. Wünsche werden unterschätzt. Gilt auch für die der anderen. Statt selbst sinnlose Energie bei der Suche nach dem Supergeschenk zu verschwenden, einfach mal nachfragen!