Donald Trump

Wie konnte es nur so weit kommen?

Sein Geld, seine Haare, sein Amerika: Wenn es richtig blöd läuft, könnte Donald Trump Präsident der USA werden. Ein Horrorszenario in fünf Schritten.

Veröffentlicht am 10.08.2016

Donald Trump, Flaggen USA


1608 bis 1946

Läge Kallstadt in Alabama, ergäbe das alles mehr Sinn. Aber Kallstadt liegt in der Pfalz. Hier wird 1869 Friedrich Trump geboren, Sohn bescheidener Weinbauern, die seit 1608 in dem beschaulichen Örtchen siedeln. Friedrich wird Friseur, wandert 1902 mit der Nachbarstochter nach New York aus und bekommt Sohn Frederick Jr., der es bis zum millionenschweren Bauunternehmer bringt und eine Schottin heiratet. Womit wir bei Baby Donald (1946) wären – ein Halbbrite und Viertelpfälzer, der aus dieser Familienchronik die einzig logische Konsequenz zum Thema Migration zieht: „Meine Großeltern sind nicht den weiten Weg von Deutschland nach Amerika gekommen, um das Land Einwanderern zu überlassen.“

1974 bis 1989

Während sich die letzten Hippies verträumt Blümchen ins Haar flechten, übernimmt der studierte Jung-Ökonom 1974 Papas Immobilienimperium und scheffelt Milliarden. Trump wird zur Marke, ein Synonym für Erfolg. 1989 bringt er mit „Trump: The Game“ seine eigene Monopoly-Version auf den Markt, Motto: „Es geht nicht ums Gewinnen oder Verlieren, sondern ums Gewinnen.“ Das Spiel wird zum Ladenhüter. Genau wie Trump Vodka, Trump Magazine, Trump Steaks …

2007

Seine Zähne werden immer weißer, seine Frauen immer jünger. Hollywood reißt sich um ihn. Es folgen Cameo-Auftritte in „Kevin – Allein in New York“, „Die Nanny“, „Sex and the City“ – und „Wrestlemania 23“. Bei dem Schaukampf mit dem Untertitel „Hair vs. Hair“ springt „The Donald“ seinen Konkurrenten um und rasiert ihm den Kopf. Seine Praktikumsvergabe-Show „The Apprentice“ sichert ihm einen Stern auf dem Walk of Fame.

2013

Im peruanischen Regenwald entdeckt ein Fotograf auf einem Blatt ein zerzaustes gelbliches Büschel. Das Geheimnis um Trumps Frisur scheint gelüftet, Anhänger der Toupet-Theorie feiern den Fotobeweis. Bis sich der kuriose Fund als Raupe Megalopyge opercularis entpuppt, deren Gift anhaltende Kopfschmerzen verursacht. Kann kein Zufall sein.

2015 bis heute

Die Hoffnung, Jan Böhmermann könnte Trump bei den Republikanern eingeschleust haben, um den Politbetrieb der USA zu parodieren, stirbt. Seit der ersten Wahlkampfrede vor einem Jahr, in der er 195-mal „ich“ sagt, überzeugt der Tycoon mit Argumenten („I’m rich, so I’m right“), Rhetorik („I have good words“) und mit so was wie einem Programm („Mexico is gonna pay for the wall“). Gerade erobert er Amazon: als Piñata, auf die sicher nicht nur Mexikaner lustvoll eindreschen.