Fast Food

Wie konnte es nur so weit kommen?

Mit dem Essen hatten wir es schon immer eilig: Eine kleine Kulturgeschichte des Fast Foods – im Schnelldurchlauf.

Veröffentlicht am 30.10.2017

Luxus-Snack: 2043 Euro kostet der teuerste Burger der Welt. Erfinder: der niederländische Koch Diego Buik.


63 v. bis 14 n. Chr.

An der Theorie hat sich seit 2000 Jahren nicht viel geändert: Übellaunige Menschen besänftigt man mit Essen. Um Volksaufstände im Imperium Romanum zu verhindern, importiert Kaiser Augustus massenhaft Öl, Weizen und Wein und lässt steinerne Garküchen an den Straßen errichten. Wenn auf dem Heimweg vom Gladiatorenkampf oder Badehaus der Magen knurrt, bestellt man gesalzene Erbsen, Bratfische oder gefüllte Feigenblätter – auf die Hand.

1762

Bevor der Burger zum Inbegriff des „schnellen Essens“ wird, spielt der britische Diplomat John Montagu Karten. Stundenlang. Da bleibt keine Zeit, um am dinner table Platz zu nehmen. Stattdessen wird dem vierten Earl of Sandwich sein Rinderbraten dünn aufgeschnitten zwischen zwei Toastscheiben gereicht. Der Snack setzt sich durch: Heute geben die Briten über sechs Milliarden Pfund pro Jahr für Sandwiches aus.

Der vierte Earl of Sandwich macht das belegte Toast salonfähig.


19. Jahrhundert

Im Londoner East End eröffnet der erste Fish and Chips-Imbiss, der deutsche Metzger Charles Feltman bietet an der Promenade von Coney Island Hotdogs an, und in New York werden Austern aus dem Hudson gefischt und direkt vom Holzkarren aus verkauft. „Das muss ein kühner Mann gewesen sein, der als Erster eine Auster aß“, meint Schriftsteller Jonathan Swift. Auf die Idee, das glibberige Innere einer verkalkten Muschel zu schlürfen, muss man erst mal kommen.

Heute

Imbisswagen heißen jetzt Food Trucks, und Fast Food hat es nicht mehr ganz so eilig: Man nehme ein Stück Schweinenacken, tauche es zwölf Stunden in eine Barbecue-Marinade und gare es weitere 24 Stunden bei 90 Grad sanft im Smoker. Fertig ist das Pulled Pork, sprich die „gezupfte Sau“. „Long job“ sagt der Fachmann dazu. Bleibt uns hoffentlich noch lange erhalten.

Wastl to go: Der Hotdog – benannt nach einem Dackel.