Wohnreportage: Carolina Castiglioni

Mitten in Mailand

Mit Mode kennt sich Carolina Castiglioni von Marni aus. Ihr Townhouse in Mailand, eine ehemalige Keramikfabrik, ist nicht nur chic, sondern auch mit viel Liebe für Vintage eingerichtet.

Veröffentlicht am 05.04.2017
Esszimmer von Carolina Castiglioni.

Glanzstücke: Großer Esstisch mit Stühlen aus den Sechzigern.


Das Stil-Gen wurde Carolina Castiglioni quasi in die Wiege gelegt: Ihre Mutter Consuelo gründete in den Neunzigerjahren das Mode-Label Marni und machte es gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern zu einer Erfolgsgeschichte (erst im Oktober zog sich die Familie aus dem Unternehmen zurück). Dass Marni nichts von schnelllebigen Trends hält, sieht man auch an Carolina Castiglionis Zuhause, einer ehemaligen Keramikfabrik in der Nähe des Corso Magenta: Auf vier lichtdurchfluteten Etagen hat sie sich mit ihrem Lebensgefährten Federico Ferrari, einem Architekten, und den Kindern Filippo und Margherita eingerichtet.

Carolina Castiglioni mit Sohn Filippo in der Küche.

Carolina Castiglioni mit Sohn Filippo in der Küche, einer Maßanfertigung von 8 & A Architetti aus Mailand. Der Lüster ist ein Vintage-Stück aus den Fünfzigerjahren.


Zum Haus gehört ein kleiner Garten mit Schwimmbad. Die Möbel, überwiegend aus den Fünfzigern und Sechzigern, hat das Paar auf Antikmärkten entdeckt und bei Online-Auktionshäusern wie Lauritz und Bukowskis Market oder auf Ebay ersteigert.

Wohnzimmer mit Samtsesseln von Carolina Castiglioni.

Die beiden Samtsessel stammen von einem Mailänder Flohmarkt.


„Die Leidenschaft für Vintage-Design liegt in unserer Familie“, so Carolina Castiglioni, die am Mailänder Istituto Marangoni Fashion-Business studiert hat – genauso wie für Kunst. An den Werken von Gary Hume hängt sie besonders. Als „Director of Special Events“ für Marni war die zweifache Mutter viel unterwegs, jetzt möchte sie mehr Zeit zu Hause verbringen, die Kinder öfter von der Schule abholen und mit ihnen zur Cascina Cuccagna, einem Kulturzentrum in einem alten Bauernhof mitten in der Stadt, gehen. Was sie den beiden mitgeben will? „Dass die Familie sehr wichtig ist. Und la cena, das Abendessen, natürlich auch. Meine Oma hat extra für mich ein handgeschriebenes Buch mit den Familienrezepten angelegt.“ Italienischer Familiensinn.

Wohnzimmer von Carolina Castiglioni.

Die Stahltreppe verbindet alle vier Stockwerke und führt auch durch eines der beiden Wohnzimmer.


Text: Fiona Hering