Wohnreportage

So leben wir

Zu Hause bei myself-Redakteurinnen: Dass unsere drei Kolleginnen ins Büro kommen, wundert uns, nachdem wir ihre Wohnungen gesehen haben.

Veröffentlicht am 30.06.2017

Petra Harms, 45

Die Ressortleiterin von Living, Food und Reise lebt und kocht in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Die tägliche Anreise für sie und ihren Ehemann: 86 Stufen ohne Aufzug!

Petra Harms.

Petra Harms, Ressortleiterin von Living, Food und Reise.


Mag ich

  • Statement-Farben von Farrow & Ball: „Hague Blue“ im Gästezimmer, „Lichen“ im Schlafzimmer, „Pitch Black“ für das WC.
  • Blumen wie Gloriosa oder Korallenblume stillen zumindest visuell das Fernweh.
  • Messing.
  • Schlafen wie Queen Mum mit vielen Kissen.
  • Ölschinken. Am liebsten zöge ich ins Rijksmuseum.

Mag ich nicht

  • Gardinen.
  • Unordnung, oberflächliche. In den Schränken drücke ich ein Auge zu.
  • Oberschränke in der Küche, Wohnwände. „Praktisch“ ist kein Argument.
  • Mein Unternehmensberater-Parkett in Nussbaum und Dachschrägen – wegen Kopfstoßgefahr.
  • Küchen voller Sousvide-Entsaftungs-Konvektomaten-Chichi.

Wohnzimmer und Schreibtisch.

Kunst landet auch mal auf dem Boden – schuld sind die Dachschrägen.


Esstisch und Deko.

Links: Der Esstisch mit Messingplatte mit viel Patina ist eine Zufallsentdeckung aus Italien. Polieren? Kommt nicht infrage! Rechts: Das Faible für Altes (sorry, Jeff Bridges) kommt bei Möbeln und Deko zum Tragen.


Schlafzimmer mit grünen Wänden.

Im Grünen schläft´s sich schöner.


Sarah-Maria Deckert, 31

Die Ressortleiterin für Gesellschaft und Kultur ist erst vor Kurzem in die denkmalgeschützte Zwei-Zimmer-Wohnung gezogen. Nicht im Bild: ihr Garten.

Sarah-Maria Deckert.

Sarah-Maria Deckert, Ressortleiterin für Gesellschaft und Kultur,


Mag ich

  • Originelle Einzelstücke vom Antikhändler und Souvenirs, die mich zu Hause an Sehnsuchtsorte erinnern.
  • Frische Schnittblumen, am liebsten aus dem Garten.
  • Grau. In all seinen Loriot-Schattierungen.
  • Licht. Gerade frisch verliebt in meine Federlampe von Vita Copenhagen.
  • Stilmix: Finnisches Midcentury-Design von Ilmari Tapiovaara steht bei mir gleichwertig neben Gründerzeit und Industrial Style.

Mag ich nicht

  • Plastik und alles, was danach aussieht, riecht, schmeckt … (Plastikpflanzen machen mich fassungslos.)
  • Unordnung. Meine Pedanterie hat schon den einen oder anderen in den Wahnsinn getrieben, zugegeben.
  • Buntes. Ich glaube an Farbkonzepte.
  • Provisorien – nichts hält länger.
  • Ledersofas, an denen im Sommer der Hintern kleben bleibt.

Eingangsbereich und Sideboard.

Links: Auch im Flur zählt Detailliebe, schließlich geht es um den ersten Eindruck. Rechts: Um das Vintage-Sideboard wurde auf einem Berliner Antikmarkt stundenlang gefeilscht.


Bett und Dielen.

Links: Hommage an Thonet: Eichenbett mit Winer Geflecht am Kopfende. Rechts: Dielen knarzen und killen Strümpfe – ist aber schnell verziehen, weil gemütlich.


Theresa Pichler, 32

Die stellvertretende Modechefin lebt in einer Maisonette-Wohnung. Die vier Zimmer teilt sie mit Freund und vielen Fashion-Fotografien.

Theresa Pichler.

Theresa Pichler, stellvertretende Modechefin.


Mag ich nicht

  • Altbauwohnungen mit Stuck. Was finden alle nur daran?
  • Topfpflanzen. Stauben erst ein, sterben dann weg.
  • Stil beginnt VOR der Wohnungstür. Bei Fußmatten mit Sprüchen mache ich auf dem Absatz kehrt.
  • Farbige Wände. Die Villa Kunterbunt gehört in Kinderbücher.

Mag ich

  • Weiße Wände plus schwarze Akzente für den Kontrast. Alles soll klar – und vor allem aufgeräumt sein.
  • Recycling mit Stil: Einladungen zu Fashion-Schauen oder Beauty-Kartons haben ein zweites Leben als Deko-Objekt verdient.
  • Modefotografie, logisch. Gerahmt wird die Kunst dahinter noch ausdrucksstärker.
  • Samtsofas: elegant, ein wenig dekadent, sehr stylish.

Flur und Esstisch mit Poster von Jean Paul Gaultier.

Links: Der Flur, ein kleiner Catwalk mit vielen Modedetails. Rechts: Jean Paul Gaultier ist (als Austellungsposter) permanenter Gast am Tisch.


Modefoto und Deko.

Wie lässig, wenn man seine Arbeit (ein Modefoto) an den Nagel hängen kann.


Haare & Make-up: Renata Traupe/ Agentur Phoenix; Styling: Clémentine Guilmoto