Living-Trends 2017

Noch schöner wohnen

Wer jetzt bei uns einzieht? Schräge Vögel auf Tapeten, Wiener Geflecht und Farbe, Farbe, Farbe! Die Wohntrends der Saison.

Veröffentlicht am 06.10.2017

Von Metallic bis Terrazzo: Die neuen Wohntrends 2017.


1. Wandmalerei

Papier, Vlies, Seide an der Wand gibt es seit 600 Jahren. Aber im Moment erleben Tapeten ein echtes Comeback – und zwar in der Luxus-Edition: Ananbô, Zuber, Misha oder De Gournay fertigen handbemalte papier peints an. Vor allem De Gournay aus London sorgt dank spektakulärer Kooperationen mit Aquazzura und Moda Operandi für Auf­sehen, außerdem hat gerade Kate Moss eine Kollektion für sie entworfen. Ein neues Einsatzgebiet gibt es auch: Bäder! Wer nicht 600 Euro aufwärts pro Rolle inves­tieren will, greift für außergewöhnliche Wand-Designs z. B. auf Wall & Decò, Timorous Beasties oder ­Os­borne & Little zurück.

Tapete mit Vogelmotiv.

Tafelkunst? Nein, die „Herodio“-Tapete von Wall & Decò, 110 Euro/m2.


Tapeten mit verschiedenen Motiven von De Gournay.


Von links nach rechts: 

2. Paravents 

Trennungsgründe gibt es viele: Raumteiler bei kleinen Wohnungen, Versteck für unaufgeräumte Ecken oder Kunstobjekt. Paravents sind Alleskönner. Kein Wunder, dass sogar Gucci in seiner ersten Living-Kollektion eine sogenannte spanische Wand im Programm hat. Übrigens auch ein leichtes DIY-Projekt: Leimholzplatten mit Scharnieren verbinden, mit einer Wow-Tapete bekleben, fertig.

Paravents von Sebastian Herkner und Gucci.


Von links nach rechts:

  • "Opium" von Sebastian Herkner für Doppia Firma, Preis auf Anfrage.
  • Die Wohnung trägt Gucci. Paravent-Preis auf Anfrage.

3. Flechtwerk

Diesem Trend sollte man keinen Korb geben: Rohr- bzw. Wiener Geflecht ist die elegantere Variante von Rattan. Junge Designer interpretieren das von Thonet und Hans J. Wegner geliebte Material neu. Das Kreativstudio Atelier 2+ hat mit seinen Flechtmöbeln gerade den „Rising Asian Talent Award 2017“ der Maison & Objet in Paris gewonnen, neue Boutique-Hotels in Kopenhagen und Paris inszenieren das Material in ihren Gästezimmern und Suiten. Klarer Bonus: Möbel aus Wiener Geflecht sind Leichtgewichte und lassen sich schnell im Raum verschieben.

Hotelzimmer mit geflochtenen Möbelstücken.

Skandinavischer Stil trifft Wiener Geflecht im neuen „Hotel Sanders“ in Kopenhagen.


Möbel aus geflochtenen Materialien.


Von links nach rechts:

4. Metallic-Style

Als Chamäleon unter den Wohnaccessoires passen sich irisierende Möbel und Objekte farblich jeder Einrichtung an und bringen einen modernen Look in die Wohnung. Schimmernder Samt bleibt da als Polster- und Bezugsstoff die perfekte Ergänzung, aber auch ganze Stoffkollektionen (z. B. „Domino Pyramid“ von Kirkby Design) setzen auf metallisch changierende Effekte. Wichtig: Den Seifenblasen- oder Skarabäus-Look gut dosieren und für einen matten Kontrast sorgen.

Wohnzimmer mit Beistelltisch im Metallic-Look.

Beistelltisch „Pli“ von ­Classicon entfaltet seine ­Reflexe in jedem Interieur, ab 1145 Euro.


Verschiedene Möbelstücke im Metallic-Style.


Von links nach rechts:

  • Spiegel "Seeing Glass" von Sabine Marcelis über mattermatters.com, 3110 Euro.
  • Korkenzieher "Insectum" von Doiy Design, 25 Euro.
  • "Warp Vase" von Tom Dixon, 290 Euro.
  • Eher Kunst als Sitzplatz: "Ombré Glass Chair" von Germans Ermičs über Galerie Rossana Orlandi, 8700 Euro.

5. Fransen

Als würde man den großen Gatsby nach Hause einladen: Fransen sind der glamouröseste Trend der Saison und lösen Pom-Poms und Quasten ab. Als Borte an Möbeln, Applikation auf Kissen oder – an Omas Nachtlicht erinnernd – an Lampenschirmen sorgen sie mit seidigem Glanz gleichzeitig für Bewegung und ein opulentes Burlesque-Ambiente. Besonders in Kombination mit edlen Stoffen wie Samt feiert dieser Look ein optisches Fest. Great wie Gatsby.

Möbelstücke mit Fransen von Bloomingville.

„Grandma Pouf“ aus Samt von Bloomingville, ab 109 Euro.


Möbelstücke mit Fransen.


Von oben nach unten:

  • „Madama“-Hänge­lampen von Mogg, in drei Größen und ­verschiedenen Farben, ab 260 Euro.
  • „Amami“-Sofa von Moooi mit Dégradé-Fransen, 8800 Euro.

6. Terrazzo

Marmor hat seinen großen Auftritt gehabt. Jetzt kommt Terrazzo – und zwar als Material (aus geschliffenem Beton und Gestein) für Böden, Arbeitsplatten, Schneidebretter und als optische Täuschung. Tapeten (z. B. von Designers Guild), Stoffe oder Kunstharz sprenkeln sich über Bad oder Küche hinaus durch alle Räume. Und sorgen wie Konfetti für gute Laune.

Modernes Interior im Terrazzo-Look.

Terrazzo zieht aus alten Palazzi in moderne Wohnträume um.


Verschiedene Möbelstücke in Terrazzo-Optik.


Von links nach rechts:

7. Satte Farben

Je dunkler die Wand, desto mehr leuchten Objekte und Möbel davor. Laut Farbexperte Pantone dominieren tiefes Burgunder, intensives Yves Klein-Blau und gesättigtes Salbei 2018. Schwarz ist, klickt man durch Interior-Blogs, ohnehin die perfekte Bühne für Wohn-Inszenierungen. Mutige setzen diese Saison auf Color-Blocking und kombinieren gleich mehre intensive Statement-Töne: Rot und Grün, Radicchio und Kurkuma, Beerenfarben und Blau …

Pantone-Trendfarben.

Die Pantone-Hitliste für die neue Saison.