Lucinde Hutzenlaub schreibt einen regelmäßigen Blog über ihren Familienalltag. Mehr über das Organisationstalent und das neue Leben der Sechs in Japan erfahren Sie unter:
Digital Mom
Ein Leben ohne Handy, Internet und Navi? Undenkbar für eine Frau, die den täglichen Wahnsinn organisieren muss
Wir sind sechs. Theoretisch. Zwei Erwachsene und vier Kinder. Praktisch bin ich allein schon mindestens fünf Personen (Mutter, Köchin, Fahrerin, Ärztin, Sekretärin), macht zehn. Dafür ist mein Mann nicht da (er arbeitet in Japan), also minus eins, bleiben neun Leute, die von mir koordiniert werden wollen. In diesem mittelständischen Familienunternehmen geht nichts ohne Handy, Internet, iPod Touch, Navi. Wenn ich meine Kinder nicht hätte, wüsste ich nicht, dass ich dringend noch viel mehr Flatrates, Apps und Podcasts brauche, als sich mein fast 40-jähriges Hirn vorstellen kann. Glauben Sie nicht? Bitte sehr, so geht ein ganz normaler Tag bei uns:
Gleich nach dem Weckerklingeln wird Wikipedia durchforstet
7 Uhr, wir stehen auf wie noch vor 30 Jahren: mit Wecker und schlechter Laune. Während Paulina, 13, beim Wimperntuschen (in diesem Alter kann man das mit geschlossenen Augen) plötzlich von Zeitlupe auf „Oh Mist, Mama, kannst du schnell den Rechner anmachen. Hab ich vergessen, ein Referat über Lenin. Schnehell, Mama!“ umschaltet, ich die Milch für den zweijährigen William warm mache, Maria, 9, wiederum ihre Milch neben das Schokomüsli kippt und Lilli, 8, alle möglichen Krankheitssymptome durchgeht, die sie akut nach dem Aufstehen befallen haben, sie also auf keinen Fall zur Schule könne, streife ich schon durch die unendlichen Jagdgründe von Wikipedia.








