Mitgründerin Jana Keller im Gespräch Green Showroom, grüne Vision

Der Green Showroom gehört in Berlin zu den festen Terminen der deutschen Modewoche. Bereits zum 7. Mal präsentierten ausgewählte Aussteller parallel zur Mercedes-Benz Fashion Week grüne Luxusmode – auch diesmal mit myself als exklusivem Medienpartner. Unmittelbar nach der großen Salonshow in den luxuriösen Räumen des Adlon Kempinski Hotel haben wir Jana Keller, Mitgründerin des Green Showroom, zum Interview getroffen

Wie ist es eigentlich zu der Idee des "Green Showroom" gekommen? Woraus entstand die grüne Vision?

Magdalena Schaffrin und  ich, wir haben beide getrennt voneinander unsere eigenen Labels ("Royal Blush" und "Magdalena Schaffrin") geführt. Aus der Notwendigkeit heraus, da wir keine passende Plattform für unsere Brands gefunden haben, wurde der Green Showroom geboren. Eine Plattform, die Hochwertigkeit und auch ein bisschen Luxus mit sich bringt, jedoch die Nachhaltigkeit als Grundforaussetzung sieht.

Gibt es denn die beiden Labels noch? 

Magdalena hat ihres mittlerweile aufgegeben. Ich designe nach wie vor für "Royal Blush", das ist ja auch mein erstes Baby.

Ihr zweites Baby wurde dann der Green Showroom, der sich als eine Plattform für grüne Luxusmode versteht und in Deutschland die Lücke zwischen Green und High Fashion schließt. 

Absolut.

Und auf der Berlin Fashion Week? Gibt es auch da keine nachhaltige Konkurrenz? 

Nein, wir sind die einzigen. Wir waren ja generell die ersten Grünen  im Bereich der High Fashion. Natürlich gibt es in Sachen grüne Mode auch ein paar ältere Urgesteine in Deutschland, aber auch in dem Bereich haben wir natürlich sehr viel aufgewertet. Es gab parallel zum Green Showroom  immer mal wieder Versuche, andere grüne Messen zu lancieren, die aber mittlerweile auch wieder verschwunden sind. Und das zeigt schon, dass wir mit dem Green Showroom und unserer Schwestermesse, der Ethical Fashion Show Berlin, den Markt sehr gut abdecken. Wir bedienen den gehobenen Bereich, die Luxusmode, und die  Ethical Fashion Show die Casual Wear, Sportswear und Streetwear.

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Labels aus, die im Green Showroom zeigen dürfen? 

Im ersten Schritt sind es ästhetisch Gründe, welche im zweiten Schritt unseren nachhaltigen Kriterien standhalten müssen. 

Zunächst ist es aber das Design, das überzeugen muss?

Genau. Doch neben dem Design spielen auch andere Faktoren eine wichtige Rolle.

Das Material zum Beispiel?

Nachhaltige Materialien bilden die größte Sparte, mit der wir uns auseinandersetzen. Da bewegt sich die Range von ökologisch korrekten und Fair Trade Materialien über vegetabil gegerbte Leder oder Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie. Davon trennen wir das Recycling bis hin zum Upcycling. Und dann noch der Fair Trade . Hier steht die Unterstützung bestimmter Minderheiten durch Arbeitsbeschaffung, das Aufrechterhalten von Handwerk, gerechte Entlohnung und faire Produktion im Vordergrund. Die Palette ist also ziemlich breit. 

Die letzte Kategorie sind technische Materialien. Eine kleine, aber sehr spannende Ecke, wo sich sicherlich die Zukunft der grünen Mode befinden wird. Nur gibt es da noch relativ wenig auf dem Markt. Trotzdem: Schon heute kann man etwa durch Bewegung mit technischen Textilien ganz einfach sein Handy aufladen. 

Aber inwiefern zählt Tech-Fashion zu Green Fashion. Das ist im Prinzip ja nicht dasselbe, oder?

Wir ziehen da keine Grenze. Es geht darum, die Entwicklung von Bekleidung weiterzubringen, welche durch etwa durch Stromerzeugung in dem Sinne auch nachhaltig sein kann.

Also nachhaltig auf die Zukunft von Mode insgesamt bezogen?

Natürlich, aber auch in Bezug auf die einzelnen Aspekte. Die Erzeugung von Energie durch technische Mode zum Beispiel zeigt auch eine ganz konkrete Nachhaltigkeit in Bezug auf den Energiehaushalt. Also wir ziehen da eigentlich keine Grenze und versuchen noch mehr diese Richtung zu zeigen - natürlich auch wieder im Zusammenhang mit Design und Style im gehobenen Segment, das ist ganz klar.

Der Green Showroom ist inzwischen ein fester Termin bei der Berlin Fashion Week. Wie wird sich die Institution Green Showroom weiterentwickeln?

Mit dem Green Showroom werden wir uns aktuell nicht in die Größe weiterentwickeln, sondern zunächst die Selektion vertiefen. Danach sehen wir weiter, wie viele Etagen im Adlon noch verfügbar sind.

Die Plattform soll also ihren exklusiven Charakter beibehalten?

Definitiv, das ist es ja, was uns von anderen unterscheidet!

Aber an den Räumlichkeiten wird sich nichts ändern? Sie werden weiterhin im Adlon Hotel Kempinski zeigen?

Sag niemals nie, aber aktuell bleiben wir in den Räumlichkeiten. Die entspannte Atmosphäre trägt einen großen Teil zum Wohlbefinden unserer Besucher bei.

Wie bewirbt man sich als Designer, um bei Ihnen Aussteller zu werden? 

Ganz einfach: per E-Mail mit einem Lookbook oder mit Fotos der bisherigen Kollektion. Sobald wir den Look als passend zu unserem Konzept erachten, geht die Bewerbung in unseren "Sustainability Check". Da werden die Anwärter anhand eines Fragebogens auf Herz und Nieren geprüft und es wird bei Fragen oder Ungereimtheiten nochmals von unserem Team nachgehakt. Und wenn auch das gut ist, dann ist man aufgenommen.

Green Showroom Herbst/Winter 2013/2014 Die schönsten Looks der Salonshow
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