Businessfrau Sara Blakely Millionen fürs Schummeln

Von der Tellerwäscherin … nein, so ähnlich: die unglaubliche Erfolgsstory der Spanx-Erfinderin Sara Blakely

Das schwülheisse Wetter in Florida und die Einladung zu einer Party legten vor 14 Jahren den Grundstein für die beispiellose Karriere von Sara Blakely.  Sie war damals 27 Jahre alt und absolut gar nichts in ihrem Leben sprach dafür, wie unglaublich sich ihr Leben nach diesem Abend entwickeln würde.  Aber es sprach einiges dagegen: Zweimal war sie durch die Aufnahmeprüfung für das Jurastudium gefallen, gerade erst bei ihrer Mutter aus- und in ein  kleines Apartment eingezogen. Ihr Freund, so sagt sie selbst, sei ein Loser gewesen. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie, indem sie von Haus zu Haus zog und den Leuten Faxgeräte aufschwatzte. Doch all das ärgerte sie an diesem Abend nicht, es war etwas anderes: ihre Strumpfhose. Die klebte in der Sommerhitze am Körper. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in ihren Schuhen wie in einer indianischen Schwitzhütte. Irgendwann schnitt sie die  Strumpfhosenfüße einfach ab. Was für eine Erleichterung! Die Freunde machten ihr Komplimente, tolle Figur, aber Sara Blakely war noch nicht zufrieden. "Die Beine rutschten an der Schnittstelle hoch, über dem Taillengummi wölbten sich Pölsterchen." Warum gab es keine Miederwäsche für Frauen, die gut  aussah, sich gut anfühlte und gleichzeitig die Schwachstellen der Figur verbesserte? Eine Idee war geboren – und was für eine. Sara Blakely hatte soeben  die straffende Unterwäsche neu erfunden, heute bekannt als Spanx: Unter der Kleidung presst die Wäsche aus Nylon und Elasthan den Körper in Top-Form.

Heute führen in Deutschland 98 Prozent der Wäsche- und alle großen Textilhändler Spanx. Der Umsatz von Shaping-Wäsche stieg in den vergangenen drei  Jahren um fast zwanzig Prozent. Doch vor über zehn Jahren wollte kein Miederwarenhersteller, den Sara Blakely kontaktierte, ihr Vorhaben unterstützen: die Herstellung einer "formgebenden, fußlosen Strumpfhose, die unter heller Kleidung unsichtbar ist".

Resilienz nennt man die Fähigkeit von elastischem Material, nach Belastung wieder in die Ursprungsform zurückzuschnellen. Resiliente Menschen haben  dieselbe Fähigkeit. Sara Blakely ist so ein Typ. "Ich wusste, dass meine Idee grandios war", sagt sie, "nichts und niemand konnte mich davon  abbringen." Es war diese durch nichts zu erschütternde Überzeugung, die sie über die nächsten Hürden trug – das Erbe ihres Vaters, der sie lobte, wenn sie von einer  vergeigten Biologiearbeit erzählte. "Ich bin sicher", sagte er, "beim nächsten Mal bist du besser." Umgekehrte Psychologie nennt es die Tochter, aber eine  sehr effektive, weil sie die Angst vor dem Scheitern verlor.

  1. 1Millionen fürs Schummeln
  2. 2Und dann rief Oprah Winfrey an ...

von Evelyn Holst

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