starke Frauen Wir geben nicht auf

Die Firma geht pleite. Der Traum von der Künstlerkarriere scheitert. Gute Gründe, aufzuhören? Keineswegs

Wir geben nicht auf - Corinna Voigt - 01

"Selbstbestimmung ist mir wichtiger als eine Festanstellung"

Was die beiden Frauen Corinna Voigt und Andrea Vernier verbindet? Ihre Leidenschaft und der unbedingte Glaube an sich selbst.

Insolvenz. Für alle Selbstständigen eine Horrorvorstellung. Corinna Voigt hat diesen Albtraum erlebt. Ihr Unternehmen, eine Einrichtungsfirma, ging 2010 pleite. Der Kredit, den sie dafür aufgenommen hatte, ihre privaten Ersparnisse – alles futsch.

Corinna Voigt stand vor dem Nichts und gab trotzdem nicht auf. Heute leitet die 39-Jährige ein kleines Start-up für Inneneinrichtungen in Oldenburg. Sie ist eine Macherin, die sich nicht unterkriegen lässt, wenn etwas nicht nach Plan läuft, denn sie hat Plan B bereits mitgedacht. Das war schon immer so. Als sie nach der Wende die Aufnahmeprüfung an einer Berliner Modeakademie nicht schafft, disponiert sie kurzerhand um und wird Wirtschaftsassistentin. Dann holt sie das Abitur nach und studiert BWL. Irgendwann landet sie bei einer Reederei. Ihr Zuständigkeitsbereich: Projekt- und Hotelentwicklung. Ein Job, der ihr Spaß macht. Eines Tages kommt ein Angebot von einem Inneneinrichter. Corinna Voigt nimmt an, wird dank ihrer guten Kontakte zur Hotelbranche Projektleiterin. "Als dann einer der Firmenteilhaber ausschied, fragte man mich, ob ich nicht seine Anteile und die Geschäftsführung übernehmen wolle." Sie überlegt nicht lange und kauft mit einem Kredit 30 Prozent der Firmenanteile. Sie gewinnt neue Kunden, es läuft prima. Bis zum Sommer 2010: "Wegen drei parallel laufender Großprojekte mussten wir Subunternehmer engagieren. Als die Zahlungen der Kunden ausblieben, konnten wir sie nicht mehr bezahlen, sie stellten ihre Arbeiten ein." Eine Insolvenz wird unausweichlich. "Es war der totale Kontrollverlust. Am schlimmsten war das Gefühl, versagt zu haben und machtlos zusehen zu müssen, wie die Jobs von über 40 Mitarbeitern vernichtet wurden."

von Heike Blümner/Kerstin Weng

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