Schlaflosigkeit Verdammte Sch****, schlaf ein!

Jede Nacht gegen Schlaflosigkeit anzukämpfen ist ein Albtraum. Auch unser Autor hat alles versucht - und sich dann was ganz Neues ausgedacht

Frau im Bett

Guten Tag, ich bin eine Eule und mag die Nacht. Das ist an sich kein Problem. Man schläft eben später ein. Das Problem beginnt, sobald auch das nicht  klappt. Es ging schon in der Schule los. Ich fand es grausam, um sieben Uhr morgens aktiv zu sein. Es war mein erster Konflikt mit den Öffnungszeiten dieser Welt. Wer gegen seine innere Uhr aufstehen muss, muss nämlich auch dagegen einschlafen.

Wenn das nicht auf Anhieb funktioniert, entwickelt man ein Einschlafbeobachter-Ich, das bald kontraproduktive Klassiker denkt wie: "Verdammt, ich sollte dringend schlafen." Auf Druck, schon leicht gereizt - fast ein guter Witz, wenn es keine Plage wäre. Denn schwer einzuschlafen bedeutet, dass man  weniger schläft. Weniger gut, weniger tief. Das führt zu Erschöpfung - schließlich ist Schlaf ein Lebenselixier.

Mit den Jahren wurde es schlimmer. Ich legte mich mit den besten Absichten hin, weil scheinbar alles stimmte: Müdigkeit und Schlaflust. Kaum in der Horizontalen, war ich wieder in der Warteschleife. Auf den Schlaf warten wie auf einen Zug. Einerseits entspannen, andererseits nicht die Durchsage  verpennen, dass der Zug bald fährt. So fühlte sich das an. Da ich öfter durch Schlafstörungs-Seiten surfte, wusste ich, dass ich damit nicht allein bin. Viele kennen diese Angst vor den uferlosen Minuten.

Es gab Nächte, in denen ich erst mit dem Zwitschern der Vögel schlief. Das mag romantisch klingen, wenn man Romeo ist, aber letztlich wurde ich deshalb Freiberufler. So konnte ich die Vormittage verschlafen, aber in Sachen Lebensqualität gab es Verluste. Kein Termin vor zwölf Uhr möglich. Dazu ein  schlechtes Gewissen beim Frühstück, weil die halbe Menschheit gerade aus der Mittagspause kommt. Als würde man hinterherrudern. Also habe ich diverse  Strategien entwickelt, verworfen und auf neue gesetzt. Ich habe Wecker zur Wand gedreht, indische Mantras gebetet oder Wolkenbetten visualisiert. Sogar Schafe gezählt, weiße, schwarze, geschorene. Alles vergeblich.

  1. 1Verdammte Sch****, schlaf ein!
  2. 2Baldrian? Ich hätte auch Daumen lutschen können
  3. 3Gute Nacht!

von Gerhard Kummer

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